Am Brunnen vor dem Remter

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Die lustigen Pfingstbrüder erwecken Kantorspumpe zu neuem Leben

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Lange Zeit lag sie im Dornröschenschlaf, die Kantorspumpe vor dem Remter der Alexanderkirche. So lange, bis einige wackere Schwarzröcke der Wildeshauser Schützengilde daher kamen und der Pumpe neues Leben einhauchten.
Am Freitagabend förderte die Kantorspumpe nach langer Zeit endlich wieder Wasser. Die Wiederbelebung wurde dank des Engagements des Gildeclubs „Die lustigen Pfingstbrüder“ und der Unterstützung von Franz Duin, ehemaliger Bürgermeister der Stadt Wildeshausen und ehemaliger Gildegeneral möglich.

Die lustigen Pfingstbrüder haben die Kantorspumpe aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Foto: msi
Die lustigen Pfingstbrüder haben die Kantorspumpe aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Foto: msi

1755 wurde die Kantorspumpe gebaut, berichtete Duin, der in alten Urkunden und Unterlagen geforscht hatte. „Die Wasserqualität war damals schon so gut, das ganz Zwischenbrücken von der Kantorspumpe versorgt wurde. Auch die Gaststätte Hannoverscher Hof bekam ihr Wasser aus dieser Pumpe“, erzählte Duin.
Bis ins 20. Jahrhundert lieferte die Pumpe Wasser, bis sie irgendwann verschwand. Anfang der 1970er Jahr baute der damalige Küster Erich Siemer die Pumpe neu auf. Der Kolben, mit dem das Wasser gefördert wurde, bestand damals aus Holz mit einer Ledermanschette. Über viele Jahrzehnte floss wieder Wasser aus der Kantorspumpe, bis Küster Siemer im Jahr 2000 in Pension ging und die Pumpe ihr Dasein fristete.

Dirk Illgner (Dritter von links) berichtete vom Fund des alten Pumpenkolbens, den Andreas Meyenburg (links) in den Händen hielt. Foto: msi
Dirk Illgner (Dritter von links) berichtete vom Fund des alten Pumpenkolbens, den Andreas Meyenburg (links) in den Händen hielt. Foto: msi

Die lustigen Pfingstbrüder suchten eine Möglichkeit, sich für die Kirchengemeinde zu engagieren. Franz Duin brachte dann die Pumpe ins Spiel, denn schon in der Bibel wird von 67 Brunnen berichtet, wusste Pastorin Beatrix Konukiewitz.
„Als wir die Pumpe das erste Mal öffneten, war nicht mehr viel drin“, sagte Dirk Illgner von den „Lustigen Pfingstbrüdern“. Man habe dann viel recherchiert und geforscht, bis Clubmitglied Andreas Meyenburg bei Klempnermeister Karl-Heinz Piening fündig wurde. Dort lagerte der Kolben und diverse andere Teile der Pumpe. Der alte Holzkolben war jedoch nicht mehr zu nutzen. Gildemitglied Gerd Tschöpe fertigte einen neuen Kolben aus Kunststoff, der ebenfalls mit einer Ledermanschette versehen ist.
Der Pfingstclub baute mit Hilfe von Piening die Pumpe wieder zusammen und strich zudem das hölzerne Gehäuse.

Franz Duin (links) nahm als erster einen kräftigen Schluck vom frischen Pumpenwasser. Foto: msi
Franz Duin (links) nahm als erster einen kräftigen Schluck vom frischen Pumpenwasser. Foto: msi

Auch wenn die Pumpe in den vergangenen Jahrhunderten einiges erlebt hat, gleich geblieben ist die hohe Qualität des Wassers. Eine aktuelle Analyse bescheinigte eine absolute Bakterienfreiheit. Zum Beweis nahm Franz Duin einen kräftigen Schluck vom Pumpenwasser.
Die lustigen Pfingstbrüder haben jetzt auch die Patenschaft für die Pumpe übernommen. Dazu gehört auch, dass sie sich jedes Jahr zum Rockappell an der Pumpe treffen.

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