Am Ende bleibt nur Schweigen

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Letztes Partywochenende in der Fun Factory

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Ein wenig war es wie zu den Glanzzeiten der Fun Factory. Schlangen im Eingangsbereich, dichtes Gedränge in der Mainhall. Am letzten Wochenende der Wildeshauser Kultdiskothek wollten es noch einmal viele ordentlich krachen lassen. Unter den vielen Besucher auch Stammgäste aus den Anfangsjahren der Fun Factory, als jedes Wochenende mehrere Tausend Gäste den Partytempel heimsuchten. Und auch ehemalige Mitarbeiter waren gekommen, um in Erinnerungen zu schwelgen. Legendär die Wettbewerbe, welche Theke mehr Krach machte und die wummernden Bässe übertrumpfen konnte. Unvergessen auch die erste Sponsorenparty, als die Diskothek wegen Überfüllung schließen musste und das Personal über den Lieferantenfahrstuhl an ihre Arbeitsplätze gebracht wurde, weil es im Eingangbereich kein Durchkommen gab.

Am Sonnabend heizten die DJs in der Fun Factory dem Partyvolk zum letzten mal ordentlich ein. Foto: Martin Siemer
Am Sonnabend heizten die DJs in der Fun Factory dem Partyvolk zum letzten mal ordentlich ein. Foto: Martin Siemer

Ungezählt sind die Partnerschaften, die unter den zuckenden Laserstrahlen entstanden. Doch nicht jeder, der baggerte, hatte auch Erfolg. Ein junger Mann machte Ende der 1990er Jahre seiner Angebeteten in der proppenvollen Diskothek auf offener Bühne einen Heiratsantrag und bekam vor versammeltem Publikum eine Abfuhr. Diese und viele weitere, auch nicht jugendfreie Geschichten würden ein ganzes Buch füllen.
Als am frühen Sonntagmorgen das Putzlicht anging, da waren 20 Jahre Fun Factory selbst Geschichte. Ein trauriges Ende, das lange absehbar war. Vielen Besuchern bleiben aber unzählige Erinnerungen an lange Partynächte, Mallorca- und Schaumpartys und jede Menge amouröse Abenteuer. Im kommenden Jahr könnte es wieder das Saturday Night Fever in Wildeshausen geben. Die Zeiten der Fun sind dann aber längst vorbei.
Nach in Informationen von Die Hunte rollen am Montag die Laster der Gläubiger der Betreibergesellschaft an, um ihr Eigentum abzutransportieren.

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