Aufbruchstimmung in Wildeshausen

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Jahresempfang des HGV geprägt von Optimismus

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Viel Tatendrang und Optimismus lag über dem Jahresempfang des Handels- und Gewerbevereins (HGV) Wildeshausen. Am Mittwochabend hatte der HGV Mitglieder und Gäste in den Reitersaal im Hannoverschen Hof eingeladen und die Veranstaltung mit seiner Generalversammlung verknüpft. „Alles neu?“ lautete das Motte des Jahresempfang. Deshalb gab es auch gleich vier besondere Gäste, die allesamt eines gemein hatten: Sie waren neu in ihrem Amt. Der neue Landrat Carsten Harings, Wildeshausen neuer Bürgermeister Jens Kuraschinski, Claus Marx, der neue, kommende Wirtschaftsförderer der Kreisstadt und als Ehrengast der neue Präsident des Fußballbundesligisten SV Werder Bremen, Dr. Hubertus Hess-Grunewald gaben ihren Einstand beim HGV.

Johannes Lenzschau (Mitte) begrüßte mit Hubertus Hess-Grunewald, Jens Kuraschinski, Carsten Harings und Claus Marx (von rechts) gleich vier „Neulinge“ beim Jahresempfang des HGV. Foto: msi
Johannes Lenzschau (Mitte) begrüßte mit Hubertus Hess-Grunewald, Jens Kuraschinski, Carsten Harings und Claus Marx (von rechts) gleich vier „Neulinge“ beim Jahresempfang des HGV. Foto: msi

Der HGV-Vorsitzende Johannes Lenzschau betonte in seinem Jahresbericht besonders die wieder aufblühende Gesprächskultur.Nach dem Wechsel im Stadthaus habe man viele Gespräche auf politischer Ebene geführt. Insgesamt lag ein ereignisreiches Jahr hinter dem HGV. Zusammen mit dem engagierten Stadtmarketing in Person von Daniela Baron habe man viel bewegt. Neue Feste und Veranstaltungen hätten sich etabliert. Dafür seien die ungeliebten Kramermärkte abgeschafft worden. „Wir haben jetzt ein tolles Portfolio mit Gänse- und Schnäppchenmarkt und vielen anderen Stadtfesten“, betonte Lenzschau.
Landrat Carsten Harings brachte einige nachdenkliche Töne in den Abend. Er vermisste im zunehmenden Maße in der Gesellschaft Respekt. Am Beispiel des Fußball machte Harings dies deutlich. Schiedsrichter, Spieler, Mannschaften würden beschimpft und beleidigt, wenn sie nicht die erhoffte Leistung bringen. „Was da im Netz unter dem Deckmantel der Anonymität los ist“, bemängelte der Landrat. Harings schlug dabei den Bogen zur den aktuellen Bedrohungen von Landräten, Bürgermeister und Polizeipräsidenten vor dem Hintergrund der Aufnahme von Flüchtlingen. „All das hat mit mangelndem Respekt zu tun.“

Nach langen Jahren als Kassenprüfer des HGV wurde Bernhard Neteler (links) von Johannes Lenzschau aus diesem Amt verabschiedet. Foto: msi.
Nach langen Jahren als Kassenprüfer des HGV wurde Bernhard Neteler (links) von Johannes Lenzschau aus diesem Amt verabschiedet. Foto: msi.

Allerdings sah Harings auch im Landkreis und seinen Gemeinden eine gewisse Aufbruchstimmung. „Es wird wieder mehr miteinander statt übereinander geredet.“
Viel geredet hat in den vergangenen Wochen und Monaten auch Jens Kuraschinski. „Ich habe die Zeit für viele Gespräche genutzt“, sagte er. Auch Kuraschinski zollte Daniela Baron vom Stadtmarketing Lob und Anerkennung. „Wir müssen am Ball bleiben und die Aufbruchstimmung nutzen“, forderte der Bürgermeister. Der „Lustkauf“ in der Innenstadt müsse weiter belebt und Westring und Innenstadt weiter vernetzt werden.
Besonders die Kontakte zur heimischen Wirtschaft will er wieder intensivieren und festigen. Denn die Wildeshauser Unternehmen spülen immerhin rund acht Millionen Euro Gewerbesteuer in die Stadtkasse.

Dr. Hubertus Hess-Grunewald (links) traf beim HGV-Jahresempfang mit Dr. Detlev Lauhöfer einen alten Studienkollegen wieder, mit dem er gemeinsam das Jurastudium begann. Foto: msi.
Dr. Hubertus Hess-Grunewald (links) traf beim HGV-Jahresempfang mit Dr. Detlev Lauhöfer einen alten Studienkollegen wieder, mit dem er gemeinsam das Jurastudium begann. Foto: msi.

Leisten soll das künftig der neue Wirtschaftsförderer Claus Marx, der voraussichtlich im Sommer mit seiner Arbeit beginnt. Marx stellte sich während des Jahresempfangs kurz vor. Der 48-Jährige aus Bassum ist zurzeit bei einer Bank im Immobilienbereich tätig. Zuvor hatte er 15 Jahre in der Kommunalverwaltung gearbeitet und saß zudem fünf Jahre in einem Stadtrat, kennt also alle Bereich aus eigener Erfahrung. „Ich sehe mich als Schaltzentrale und Ansprechpartner der Wirtschaft“, sagte Marx.

Der bekennende Werder-Fan Carsten Harings (links) nutze den HGV-Jahresempfang zum intensiven Austausch mit Hubertus Hess-Grunewald. Foto: msi
Der bekennende Werder-Fan Carsten Harings (links) nutze den HGV-Jahresempfang zum intensiven Austausch mit Hubertus Hess-Grunewald. Foto: msi

Höhepunkt des abends war der Vortrag von Werder-Boss Hubertus Hess-Grunewald. Er bracht das Werdergefühl mit in den Reitersaal und stellte den Umbruch in dem Verein dar, der zu den Gründungsmannschaften der Bundesliga zählt. Bemerkenswert bei den vielen veränderten Rahmenbedingungen, denen sich Werder stellen muss, war vor allem die Erwartungshaltung bei den Fans. „Wir kämpfen gegen den Abstieg und mit wirtschaftlichen Problemen und die Menschen in Bremen und dem Umland gehen unseren Weg mit“, unterstrich Hess-Grunewald. Johannes Lenzschau bedankte sich bei dem Ehrengast mit einem Wildeshauser Weinpräsent. Der Werder-Chef revanchierte sich und verteilte jede Menge Aufnahmeanträge für den SV Werder im Saal.

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