Aus bestem Malz und Hopfen

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Bürger- und Geschichtsverein stellt neue Wildeshauser Schriften vor

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Die Bierbrauerei Schloss Wittekind, Tagebucherinnerungen einer Französin, Oldenburger Grafen auf Kreuzzug und die Raketenversuche von Karl Poggensee, die Themenvielfalt der aktuellen „Wildeshauser Schriften für Heimat, Geschichte und Kultur“ des Bürger- und Geschichtsvereins (BGV) ist bemerkenswert. Am Montagnachmittag stellte BGV-Vorsitzender Bernd Oeljeschläger das neue Heft gemeinsam mit Autorinnen und Mitgliedern des Vorstandes vor. Ab Dienstag ist die aktuelle Ausgabe im Buchhandel erhältlich.

Über 30 Jahre wurde in der Brauerei Wildeshausen Bier gebraut. Foto: Archiv Bürger- und Geschichtsverein
Über 30 Jahre wurde in der Brauerei Wildeshausen Bier gebraut. Foto: Archiv Bürger- und Geschichtsverein

Eva-Maria Ameskamp, wissenschaftliche Dokumentarin des BGV, beleuchtete die Geschichte der Bierbrauerei Schloss Wittekind. Schon im Mittelalter wurde in Wildeshausen Bier gebraut. Doch erst zum Ende des 19. Jahrhundert wurde in Wildeshausen von Hermann Paramund Nieberding und Theodor Sager eine eigene Brauerei gegründet. Im September 1894 war Baubeginn, auf Ackerflächen die am heutigen Brauereiweg lagen. Im Februar 1895 wurde Richtfest gefeiert, kurz darauf der Betrieb aufgenommen. Ohne den erst später eingerichteten Bahnanschluss geriet die Brauer jedoch alsbald in Schwierigkeiten. Braumalz, Hopfen und Kohle für den Dampfkessel mussten umständlich und teuer auf dem Landwege herangeschafft werden. 1896 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Die Wildeshauser Wirte bezogen aber weiterhin auch Biere aus Bremen ,Dortmund und Münster, was auch zu wirtschaftlichen Problemen bei der Wildeshauser Brauerei führte. Nach vielen Höhen und Tiefen kam 1923 das endgültige Aus für die Brauerei in Wildeshausen. Der 25 Meter hohe Schornstein, der 31 Jahre das Bild Wildeshausens geprägt hatte, wurde 1927 abgebrochen.

Bernd Oeljeschläger, Marianne Steinkamp, Eva-Maria Ameskamp, Cornelia Harms und Peter Heinken (von) rechts) stellten die neue Jahresschrift des Bürger- und Geschichtsvereins Wildeshausen vor. Foto: Martin Siemer
Bernd Oeljeschläger, Marianne Steinkamp, Eva-Maria Ameskamp, Cornelia Harms und Peter Heinken (von) rechts) stellten die neue Jahresschrift des Bürger- und Geschichtsvereins Wildeshausen vor. Foto: Martin Siemer

Ebenfalls von Eva-Maria Ameskamp stammt der Aufsatz über die Französin Henriette-Lucy Marquise de la Tour du Pin Gouvernet. Die 1770 geborene Pariserin reiste im Winter 1799/1800, nach dem Ende der französischen Revolution aus der englischen Verbannung über Cuxhaven und Bremen nach Wildeshausen, wo sie ihre Tochter Cécile gebar. Anschließend kehrte die Familie nach Paris zurück. Im Alter von 50 Jahren begann Henriette-Lucy Marquise de la Tour du Pin Gouvernet ihre Lebenserinnerungen niederzuschreiben. Darin berichtet sie auch ausführlich über die in Wildeshausen verbrachte Zeit.
Dr. Dieter Rüdebusch, ehemaliger Schulleiter des Gymnasium Ganderkesee und Fachmann für Delmenhorster und Oldenburger Geschichte widmete sich den Kreuzzügen, an denen auch die Grafen von Oldenburg-Wildeshausen teilnahmen.
Dritte Autorin im Bunde ist BGV-Mitarbeiterin Cornelia Harms. Ihr Aufsatz „Hoch hinaus“, beschreibt das Wirken Karl Poggensees, einem der ersten Raketenfoscher Deutschlands. Poggensee lebte seit 1956 in Wildeshausen und unternahm bereits seit 1934 in Hespenbusch in der Gemeinde Großenkneten Raketenversuche. Vielen dürfte Poggensees berühmte Tochter Renate Kern bekannter sein als der raketenforschende Vater.
Die 80 Seiten starken „Wildeshauser Schriften für Heimat, Geschichte und Kultur“ sind zum Preis von 10 Euro im Buchhandel und im Büro des Bürger- und Geschichtsvereins im historischen Rathaus erhältlich.

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