Ausgezeichneter Bürgermut

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Wildeshausen und Dötlingen vergeben erstmals gemeinsam Zivilcouragepreis

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Nicht wegsehen sind hinschauen, wenn andere Menschen in Not sind, Hilfe brauchen. Das sollte in unserer Gesellschaft eigentlich normal sein. Ist es aber nicht. Viel zu oft regiert der Gleichmut. Was geht mich das an? Was kann ich schon machen? Solche Ausreden benutzen Weggucker oder Gaffer immer wieder. Doch es gibt auch andere Beispiele. Menschen, die sich für andere einsetzen, sich einmischen. Vier dieser Menschen wurden am Freitagvormittag mit dem Zivilcouragepreis der Stadt Wildeshausen ausgezeichnet. Erstmals erfolgte die Ehrung gemeinsam mit der Gemeinde Dötlingen, denn zwei der vier Fälle ereigneten sich auf Dötlinger Gemeindegebiet.

Melanie Michaelis, Elvira Tschen, Marie-Madeline Hoffmann und Sonja Hoffmann (von links) wurde am Freitag mit dem Zivilcouragepreis der Stadt Wildeshausen ausgezeichnet. Foto: Martin Siemer
Melanie Michaelis, Elvira Tschen, Marie-Madeline Hoffmann und Sonja Hoffmann (von links) wurde am Freitag mit dem Zivilcouragepreis der Stadt Wildeshausen ausgezeichnet. Foto: Martin Siemer

Melanie Michael bemerkte in der Nacht zum 30. September, dass das Carport am Nachbarhaus brannte. Sofort versuchte sie, ihre Nachbarn, eine junge Familie mit Kind, zu wecken, was ihr erst nach mehreren Versuchen gelang. Rechtzeitig konnten sich dadurch die Nachbarn in Sicherheit bringen. Als die Feuerwehr eintraf, hatte der Brand bereits auf das Wohnhaus übergegriffen, es entstand ein Gesamtschaden von rund 120.000 Euro. Durch das umsichtige Handeln von Melanie Michaels blieb es zum Glück beim Sachschaden.

Einen Brand hat vermutlich auch Elvira Tschen verhindert. Die Wildeshauserin bemerkte am 25. Dezember des vergangenen Jahres, dass im Stadthaus noch eine Kerze brannte. Sie alarmierte die Feuerwehr, die die Brandgefahr beseitigte. „Das war ein Weihnachtsgeschenk für die Stadt“, sagte Sebastian Nitsch, Präventionsbeauftragter des Polizeikommissariats Wildeshausen und Sprecher des Arbeitskreises Verkehrserziehung und Zivilcourage im Wildeshauser Präventionsrat. Der Arbeitskreis hatte die Preis in diesem Jahr gemeinsam mit dem Jugendparlament Wildeshausen organisiert.

Dem Detektivischen Spürsinn von Sonja Hoffmann und ihrer Tochter Marie-Madeline ist es zu verdanken, dass eine entführte Katze aus Holland wieder nach Wildeshausen gebracht wurde. Die beiden Hoffmanns bemerkten in der Wildeshauser Innenstadt, das die Fahrerin eines niederländischen Autos eine Katze ins Fahrzeug nahm. Die beiden Frauen nahmen an, dass das Tier verletzt sei und zum Tierarzt gebracht würde. Als dem nicht so war ,folgen sie dem niederländischen Pkw und fotografierten ihn. Dank dieser Fotos konnte die Katze, die von der Niederländerin widerrechtlich mitgenommen worden war, ihren rechtmäßigen Eigentümern zurückgegeben werde.

Ausgezeichnet wurde auch eine Dötlingerin, die jedoch nicht in der Öffentlichkeit in Erscheinung treten möchte. Sie hatte in ihrem Wohngebiet ein verdächtiges Auto bemerkt und die Insassen angesprochen. Diese gaben an, sich Immobilien anzusehen. Die Dötlinger gab sich damit allerdings nicht zufrieden und fotografierte Auto und Insassen, was wiederum deren Unmut hervorrief. Später allerdings konnte die Polizei das Fahrzeug mit mehreren Einbruchsdelikten in Verbindung bringen.

Bürgermeister Jens Kuraschinski, sein Dötlinger Amtskollege Ralf Spille und Polizeioberrat Markus Voth, Leiter des Kommissariats Wildeshausen, würdigten das Engagement der Bürgerinnen.

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