Bedarfsgerechte und nachhaltige Innenstadtplanung

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Bürgerinnen und Bürger übergeben Unterschriftenlisten an Bürgermeister Jens Kuraschinski

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Seit einigen Wochen wird über eine geplantes Neubauprojekt am Wildeshauser Marktplatz diskutiert. Zweimal haben Investor und Projektplaner ihr Vorhaben in Ausschüssen des Stadtrates präsentiert. Und nicht alle Wildeshauser sind davon begeistert, dass an ihrem Marktplatz gebaut werden soll. Sie möchten das gewachsene, kleinteilige Ambiente erhalten. Am Montagabend übergaben einige dieser Bürger Listen mit über 700 Unterschriften an Bürgermeister Jens Kuraschinski.

Lene Hjortskov, Eckhard Wendler, Gudrun Michler, Peter Heinken und Hartmut Berlinicke übergaben die Listen mit über 700 Unterschriften an Jens Kuraschinski (von links).Foto: Martin Siemer
Lene Hjortskov, Eckhard Wendler, Gudrun Michler, Peter Heinken und Hartmut Berlinicke übergaben die Listen mit über 700 Unterschriften an Jens Kuraschinski (von links).Foto: Martin Siemer

Diese Vielfalt und Mischung gelte es zu erhalten und weiter zu entwickeln. Dies müsse aber mit der notwendigen Transparenz erfolgen. „Nur wenn die Bewohner der Stadt die Entwicklung einbezogen werden. Kann sich Vertrauen zwischen den gewählten Bürgervertretern und der Bevölkerung aufbauen“, heißt es weiter in dem Schreiben. Jens Kuraschinski begrüßte es, das sich Bürgerinnen und Bürger Gedanken über ihre Stadt machen. „Das Thema Marktplatz gehört auch zum Projekt 'Wildeshausen 2030', dass wir angeschoben haben. Dieser Prozess läuft“, sagte der Bürgermeister. Er lud alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zur Mitarbeit ein.

Planer und Investor hätten ihr Konzept nochmals überarbeitet. Die neuen Entwürfe sollen am 3. Dezember während der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Bau und Umwelt vorgestellt werden. Hier beantragten Gudrun Michler und ihre Mitstreiter, dass der Tagesordnungspunkt während der Sitzung vorgezogen wird. Derzeit soll er als 20. TOP beraten werden.

Michler machte im übrigen deutlich, dass man nicht grundsätzlich gegen eine Neubau sei. Als gelungenes Beispiel vom Erhalt historischer Bausubstanz und moderner Restaurierung sieht sie einen Bau in der Burgstraße. Es sei wichtig, mit genügend Zeit eine bedarfsgerechte und nachhaltige Innenstadtplanung mit Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger zu entwickeln.

Eckhard Wendler, der lange Jahre selbst im Rat der Stadt saß, erinnerte daran, dass es beim Bau des Stadthauses einen Architektenwettbewerb gegeben haben. Er regte an, solch einen Wettbewerb auch dem Investor vorzuschlagen. Jens Kuraschinski machte allerdings deutlich, dass es sich im eine private Baumaßnahme handle, bei der die Stadt solche Vorgaben nicht machen könne. Gleichzeitig unterstrich er jedoch, dass die Stadt aufgrund der bestehenden Erhaltungssatzung für die Innenstadt auf jeden Fall ihr Einvernehmen erklären muss. Der Landkreis könnte jedoch, als übergeordnete Baubehörde dieses Einvernehmen ersetzen. In diesem Fall müsste die Stadt gegen einen Bau gegen ihren Willen klagen.

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