Bewährungsstrafe für Wiederholungstäter

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32-Jähriger wegen Körperverletzung und Schwarzfahrerei vor Gericht

Wildeshausen (msi). Ein unbeschriebenes Blatt ist er wahrlich nicht, der 32-Jährige, der sich am Dienstagmorgen erneut wegen dreier Delikte vor der Strafrichterin am Amtsgericht verantworten musste. 17 Eintragen verzeichnete das Bundeszentralregister bereits für ihn, darunter zahlreiche Schwarzfahr-Delikte. Trotzdem kam er am Ende mit einer fünfmonatigen Freiheitsstrafe davon, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Grund für die erneute Chance war der offenbar vollkommen gewandelte Lebensstil des Angeklagten.
Im November war er Vater einer Tochter geworden. Im Dezember trat er eine zweimonatige Haftstrafe an. Beide Ereignisse scheinen nachhaltig auf ihn gewirkt zu haben. Freimütig gab er vor Gericht die ihm zu Last gelegte Taten zu. Am 25. April 2016 hatte er einen Bekannten, mit dem er offensichtlich im Dauerstreit liegt, angegangen. Die Staatsanwältin warf dem Angeklagten vor, sein Gegenüber mit zwei Faustschlägen gegen Schulter und Nase traktiert zuhaben. Die Faustschläge bestritt der Angeklagte, räumte aber die Auseinandersetzung als solche ein und auch, dass er die Jacke seines Kontrahenten beschädigte. Dafür entschuldigte er sich noch im Gerichtssaal bei dem als Zeuge geladenen Mann. Weil sich die Körperverletzung nicht nachweisen lies, stellte die Richterin das Verfahren in diesem Anklagepunkt ein.
Auch die beiden Schwarzfahrten im Mai 2016, einmal mit einem Metronom und einmal mit der Bundesbahn, gab er zu. Dabei wurde er nicht zum ersten Mal erwischt. Als dritter Anklagepunkt standen noch ein Hausfriedensbruch in Verbindung mit einer Bedrohung in der Anklage. Auch hier gab der 32-Jährige zu, trotz eines bestehenden Hausverbotes in das Mehrfamilienhaus gegangen zu sein, in dem seine Lebensgefährtin lebte. Diese soll er mit einem mitgebrachten Küchenmesser bedroht haben. „Ich hätte ihr aber auf keinen Fall etwas angetan. Ich habe ja noch bei ihr übernachtet“, sagte der Angeklagte aus.
Bei den weiteren Anklagepunkte kam dem Angeklagten zugute, dass er seit seiner Haft keine Drogen mehr nimmt und keinen Alkohol mehr trinkt. „Ich will mich um meine Tochter kümmern und Zeit für sie haben“, sagte er vor Gericht. Auch geht er einer regelmäßigen Arbeit nach und ist auf der Suche nach einer eigenen Wohnung. Als das hatte er alleine oder mit Unterstützung seines amtlichen Betreuers organisiert. Ein ehemaliger Betreuer sagte vor Gericht aus, dass er über die Entwicklung des Angeklagten in den vergangenen Monaten sehr positiv überrascht war. „Ich habe ihn nach der Haft abgeholt und war beeindruckt von seinen Veränderungen“, sagte der Zeuge.
Als dieses zusammen veranlasste die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer zu einem vorsichtigen Optimismus. Gleichwohl betonte sie, dass die Bedrohung und auch die erneuten Schwarzfahrten ebenso im Raum stünden wie das lange Vorstrafenregister. Sie forderte fünf Monate Freiheitsstrafe mit einer dreijährigen Bewährungszeit. Außerdem eine Geldauflage in Höhe von 400 Euro.
Die Pflichtverteidigerin hielt eine zweimonatige Bewährungsstrafe für ausreichend. Die Richter entsprach mit ihrem Urteil weitestgehend dem Antrag der Staatsanwältin. Lediglich die Geldauflage verhängte sie nicht. Dafür muss der Angeklagte in den kommenden sechs Monaten regelmäßig eine Drogentherapie aufsuchen. Außerdem bekommt er einen Bewährungshelfer zur Seite gestellt. Ganz ohne Kosten bleibt der Prozess für den 32-Jährigen jedoch nicht. Er trägt die Kosten des Verfahrens.

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