Brüderpaar bleibt hinter Gittern

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Schöffengericht verhängt Freiheitsstrafen für Wohnungseinbruch in Ahlhorn

Wildeshausen (msi) Aus der Justizvollzugsanstalt und in Handschellen wurden zwei Brüder aus Ahlhorn im Amtsgericht Wildeshausen zum Verfahren vor dem Schöffengericht vorgeführt. Und am Ende der Hauptverhandlungen ging es für beide auch wieder zurück hinter Gittern. Zwei Jahre und sechs Monate für den 27-Jährigen und zwei Jahre für den 26-Jährigen aus lautete das Urteil wegen Wohnungseinbruchsdiebstahl. Damit findet ein unschöne kriminelle Karriere ihre Fortsetzung, die sich in zahlreichen Vorstrafeneintragungen im Bundeszentralregister widerspiegelt.
Beide waren angeklagt, am 3. Mai 2016 in der Nacht in ein Wohnhaus in Ahlhorn eingebrochen zu sein. Zunächst öffneten sie den Wintergarten und entwendeten dort einen Flachbildfernseher. Nachdem sie bemerkten, dass es es im Haus keine Reaktionen gab, kehrten sie zurück, brachen jetzt auch eine Zwischentür zum Wohnhaus auf und entwendeten dort Bargeld, Smartphones und viele andere Dinge. Bis zu einer halben Stunde soll ihre Diebestour gedauert haben. Diese wurde jedoch noch vor Ort von der Polizei beendet. Seitdem saßen die beiden jetzt Verurteilten in der Untersuchungshaft.
Oftmals wird vor Gericht die schwierige Kindheit der Angeklagte als Ursache für die eigenen kriminellen Vergehen angeführt. Bei den beiden Angeklagten im Einbruchsverfahren trifft dies aber offenkundig zu. Schon im Kleinkindalter wurden sie von den Eltern vernachlässigt, bekamen nur unregelmäßig etwas zu essen, wurden eingesperrt und sollen zu dieser Zeit auch bereits Kontakt mit Drogen gehabt haben. Erst als beide zu den Großeltern kamen, besserte sich die Situation. Der 27-Jährige schaffte gar den Hauptschulabschluss.
Doch die Erlebnisse der eigenen Kindheit hatten sich tief eingeprägt. Beide sind Alkohol- und Drogenabhängig. Gutachter bescheinigten beiden eine Persönlichkeitsstörung. Am Montag war ein Psychiatrischer Gutachter als Zeuge geladen, der den 27-Jährigen bereits seit 2011 mehrfach begutachtet hat. Der ältere der beiden Brüder hatte zuletzt im Maßregelvollzug Moringen erfolgreich eine Therapie absolviert und auch ein sich anschließendes Probewohnen ohne Probleme durchgehalten. „Ich hätte 2011 nicht gedacht, dass er das schafft“, sagte der Gutachter. Gravierende Ereignisse im persönlichen Umfeld des Angeklagten, unter anderem der Tod des Großvaters, hätten jedoch dafür gesorgt, dass er innerhalb kürzester Zeit wieder rückfällig wurde.
Der 27-Jährige erhielt deshalb zu seiner Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten auch die Auflage, einer erneute Therapie zu absolvieren. Die Aussichten für einen Erfolg sind nach Auffassung des Gerichts und des Gutachter nicht schlecht, zumal der Angeklagte selbst auch dazu bereits ist und einsieht, dass er professionelle Hilfe benötigt.
Beim 26-Jährige ist diese Einsicht noch nicht gereift. Er muss deshalb für zwei Jahre in den regulären Knast.

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