Bund stiehlt sich aus Verantwortung

(Kommentare: 0)

Stadt Wildeshausen kämpft gegen Herabstufung der B 213

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Tagtäglich rollen tausende Fahrzeuge über die Bundesstraße B 213 zwischen den Autobahnanschlussstellen Wildeshausen-Nord und Wildeshausen-West. Die Bundesstraße ist zusammen mit der A1 eine der Hauptverbindungslinien zwischen Skandinavien und den Beneluxstaaten.
Trotzdem will sich der Bund von der B 213 trennen. Der Abschnitt zwischen der Kreuzung Ahlhorner Straße / Westring und der Gemeindegrenze Großenkneten soll zur Gemeindestraße herabgestuft werden. Die Strecke zwischen Westring und Kreuzung Gut Altona soll Landesstraße werden.

Kämpfen vereint für den Status der Bundesstraße 213: Jens Kuraschinski, Ingo Hermes, Michael Müller und Petra Dekker. Foto: msi
Kämpfen vereint für den Status der Bundesstraße 213: Jens Kuraschinski, Ingo Hermes, Michael Müller und Petra Dekker. Foto: msi

Der Bund wäre mit dieser Lösung fein raus. Hätte er sich doch aller Kosten entledigt. Seitens der Stadt Wildeshausen gibt es jedoch erheblichen Widerstand gegen die Herabstufung. Kämen auf die Stadtkasse doch Kosten im sechsstelligen Bereich für die Bewirtschaftung der Straßen zu. Unterstützung bekommt die Stadtverwaltung mit Bürgermeister Jens Kuraschinski nun von der Mittelstandsvereinigung MIT Wildeshausen.
„Wir betrachten mit großer Sorge die geplante Abstufung der B213 zur Gemeindestraße. Für Wildeshausen stellt dies ein nicht abzusehendes finanzielles Risiko dar“, sagte Ingo Hermes, MIT-Vorsitzender und und seine Stellvertreterin Petra Dekker bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit Jens Kuraschinski und Michael Müller, Leiter des Fachbereichs Bau der Stadt Wildeshausen.
Sowohl Stadt als auch MIT zweifeln den von Bund angeführten Gemeindeverkehrsanteil von 50 Prozent des gesamten Verkehrsaufkommens an. „Das gesamte Verkehrsaufkommen der zufließenden Straßen wird laut Gutachten mit 16.500 Fahrzeugen pro Tag beziffert. Bei Anwendung der vorgeschriebenen gesetzlichen Einstufungskriterien ergibt sich ein nicht der Gemeinde zuzuordnender Verkehrsstrom von weit über 50 Prozent“, beruft sich Hermes auf eine ihm vorliegende Verkehrszählung. Zudem würden sämtliche der umliegenden Gemeinden durch Bundes- oder Landesstraßen erschlossen. „Wildeshausen als Kreisstadt würde hier einen erheblichen Nachteil im Wettbewerb um neue Unternehmen und Bewohner haben. Weiterer Verkehr dürfte durch das neue, in Visbek geplante Gewerbegebiet entstehen. Hermes geht deshalb eher von einem Anteil von 70 Prozent aus.
Die Umstufung ist nach Auskunft von Jens Kuraschinski zum 312. Dezember 2015 geplant. Sollte sich der Bund nicht doch anders entscheiden, bliebe Wildeshausen nur der Klageweg. Auf die Unterstützung durch die MIT kann sich der Bürgermeister verlassen .Ingo Hermes stellte bereits jetzt ein umfangreiches Paket mit Referenzurteilen und Gutachten zur Verfügung.

Zurück

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 7 und 9.