Chef mit großer sozialer Komponente

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MIT Wirtschaftspreis für die SSC Wind und Hinrich Eden

Von Martin Siemer

Altona. Er ist nicht das, was man unter einem Manager versteht. Hinrich Eden, Jahrgang 1957, ist studierter Sozialpädagoge, arbeitete bei der IG Metall und als Referent beim Betriebsrat von VW. Und dennoch erhielt Eden am Freitagabend im Hotel Gut Altona den Wirtschaftspreis der Mittelstandsvereinigung MIT Wildeshausen. Denn die Geschichte des von ihm gegründeten Unternehmens SSC Wind, ein Dienstleister in der Windenergiebranche, ist eine absolute Erfolgsgeschichte. 300 Mitarbeiter sind von Wildeshausen weltweit tätig.

Der MIT Vorsitzende Ingo Hermes (links), sein Vorgänger Manfred Wulf und Dr. Werner Brinker (von rechts) zeichneten Hinrich Eden mit dem MIT Wirtschaftspreis 2015 aus. Foto: Martin Siemer
Der MIT Vorsitzende Ingo Hermes (links), sein Vorgänger Manfred Wulf und Dr. Werner Brinker (von rechts) zeichneten Hinrich Eden mit dem MIT Wirtschaftspreis 2015 aus. Foto: Martin Siemer

Edens Weg führte ihn zunächst als Praktikant zur IG Metal und in einen Kindergarten. Eine Erfahrung, die ihn prägte, so dass er Sozialpädagogik studierte. Nach dem Zivildienst kehrte er zurück zu IG Metall, studierte nebenberuflich in Oldenburg Sozialwissenschaften und arbeitete anschließend als Referent beim Betriebsrat von VW. Nach einigen Jahren fällte Eden jedoch die Entscheidung, dass VW nicht die berufliche Zukunft ist. Mit 38 Jahren kaufte er seinem Vater einen kleinen Laser-Zuschnitt-Betrieb ab, den er kontinuierlich entwickelte. Auch eine schwere Krankheit hielt ihn nicht auf. In Bremen entstand innerhalb eines Jahres eine komplette neue Fertigung für große Anlagenteile. Doch fünf Jahre nach dem erfolgreichen Start musste das Unternehmen Insolvenz anmelden. „Nicht wegen unternehmerischer Fehlleistungen, sondern wegen Nichteinhaltung mündlicher Zusagen für 20 große Auftrage“, sagte Laudator Dr. Werner Brinker, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der EWE AG. Mit seinem Mitarbeiter und heutigen Partner René Psarski und sieben weiteren ehemaligen Mitarbeitern wagte Hinrich Eden den Neuanfang. In Bremen entstand im Jahr 2001 die SSC Montage GmbH, die sich auf Dienstleistungen in der Windenergiebranche spezialisierte. Heute reicht die Palette der SSC Wind, wie das Unternehmen seit 2012 heißt, von der Montage über Personaltransport mit drei eigenen Schiffen bis hin zu Rettungseinsätzen an On- und Offshore-Windenergielangen. Die SSC Wind ist an Unternehmen in Rumänien, der Türkei und Polen beteiligt. Eden und sein Team greifen dabei auf ein weitverzweigtes Netz von Kooperationspartnern zurück.
In seiner Rede nach der Verleihung des Wirtschaftspreises in Form der Trophäe „Triumph“ des Wildeshauser Künstlers Carsten Bruns betonte Hinrich Eden, dass die Entwicklung und das Wachstum der SSC Wind nur durch die Mitarbeiter möglich gewesen sei und auch künftig sein wird. Die Rede unterstrich das, was Werner Brinker schon in seiner Laudatio festgestellt hatte: „Er ist bodenständig, er ist ehrlich, zupackend, kreativ. Er schafft es, seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf seine diversen Unternehmen einzuschwören, ihnen in zweites Zuhause, eine zweite Heimat zu geben.“

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