Das Vergessen verhindern

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Gedenkveranstaltungen zur Reichspogromnacht vor 76 Jahren

Wildeshausen (msi). Es ist heute kaum vorstellbar, war am 9. November 1938 in Deutschland geschah. In der „Reichspogromnacht“ wurde Synagogen niedergebrannt, jüdische Geschäfte geplündert und beschädigt, viele Juden inhaftiert und eine größere Anzahl ermordet. Seit 2009 erinnert der Arbeitskreis „Für Demokratie und Toleranz“ des Wildeshauser Präventiosrats an dieses Ereignisse. Auch in diesem Jahr gibt es am 9. November drei Veranstaltungen zu Thema. Charlotte von Olearius, Ingeborg Jacoby, Dr. Petra Schönemann-Behrens, Ulrich Becker, Peter Heinken und Rudolf Boning vom Arbeitskreis stellten das Gedenkprogramm am Dienstagmorgen vor.

Rudolf Boning, Charlotte von Olearius, Ulrich Becker, Dr. Petra Schönemann-Behrens, Peter Heinken und Ingeborg Jacoby (von links) stellten das Prograsmm zum Gedenken an die Pogromnacht vor. Foto: msi
Rudolf Boning, Charlotte von Olearius, Ulrich Becker, Dr. Petra Schönemann-Behrens, Peter Heinken und Ingeborg Jacoby (von links) stellten das Prograsmm zum Gedenken an die Pogromnacht vor. Foto: msi

Am Sonntag, 9. November beginnt um 16 Uhr der Erinnerungsgang, der an den Häusern vorbeiführt, in denen jüdische Familien in Wildeshausen ihre letzten frei gewählten Wohnungen hatten. An diesen Orten wurden im Frühjahr die Stolpersteine verlegt. Begleitet wird der Erinnerungsgang von Konfirmandinnen und Konfirmanden der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde und Pastor Markus Löwe.

Der Erinnerungsgang endet am Rathaus. Dort findet um 18 Uhr eine Gedenkstunde im historischen Rathaussaal statt. Mit Lesungen aus dem Buch „Geschichte der Juden in Wildeshausen“ von Werner Meiners soll an das Leben und Wirken der jüdischen Bürgerinnen und Bürger in der Huntestadt zwischen 1850 und 1940 erinnert werden. Die einzelnen Passagen der Lesung werden unterbrochen von Musik des „Trio encanto“ mit Angelika Scholl (Klavier), Sigrun Busch (Querflöte) und Christiane Rudolph (Violoncello).

Im Rahmen des Gedenkens wird am Mittwoch, 12. November im LiLi-Servicekino der Film „Holocaust light gibt es nicht“ gezeigt. Im Film besucht die heute 80-Jährige Israelin Sara Atzmon gemeinsam mit ihrer 12-Jährigen Enkelin noch einmal die Orte des Grauens in Auschwitz, Bergen-Belsen oder Buchenwald. Atzmon überlebt als 12-Jährige die KZs in Deutschland. Heute zählt Atzmon zu den bekanntesten Malerinnen Israels. Ihre Kunst und ihre Lebenskraft widmet sie ganz dem Kampf gegen das Vergessen. Der Film wird am Mittwochvormittag Schülerinnen und Schülern der Wildeshauser Schulen gezeigt. Am Abend gibt es eine öffentliche Kinovorstellung.

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