Der Natur verbunden bleiben

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Gesellschaft für Naturschutz Wildeshausen löst sich auf

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Mehr als sechs Jahrzehnte widmeten sich die Mitglieder der Gesellschaft für Naturschutz Wildeshausen dem Erhalt der Natur und genossen diese auf vielfältigste Weise. Am Donnerstagabend beschloss die außerordentliche Mitgliederversammlung im Hotel Wildeshauser Hof nun einstimmig, den Verein aufzulösen. Grund ist fehlender Nachwuchs, der sich aktiv in die Vereinsarbeit einbringt. Die Mitglieder waren sich jedoch einig, künftig auch ohne Vereinsstruktur gemeinsame Exkursionen zu unternehmen und sich im Naturschutz zu engagieren.
So nahm dann auch die Diskussion darüber, wie eine solche lockere Zusammenkunft organisiert werden kann, mehr Raum ein als die eigentliche Abstimmung über die Vereinsauflösung.

Einstimmig votierten die Mitglieder der Gesellschaft für Naturschutz Wildeshausen für die Auflösung des Vereins. Foto: Martin Siemer
Einstimmig votierten die Mitglieder der Gesellschaft für Naturschutz Wildeshausen für die Auflösung des Vereins. Foto: Martin Siemer

Man kam überein, sich ab dem kommenden Jahr jeweils am ersten Sonnabend im dritten Monat eines Quartals zu treffen. Dann soll es vogelkundliche Wanderungen, Besucher von besonderen Gärten oder Parks oder andere Naturdenkmäler geben.
Aus dem vorhandenen Vereinsvermögen möchte die Gesellschaft einen Bank-Tisch-Gruppe für den Lehmkuhlenwald stiften, in Erinnerung an den Wildeshauser Lehrer Gustav Roggemann, der die Gesellschaft von 1958 bis 1984 und von 1990 bis zu seinem Tode im Jahre 2001 als 1. Vorsitzender leitete.
Gegründet wurde die Gesellschaft für Naturschutz im Landkreis Oldenburg am 7. März 1953 in Ostrittrum, zu einer Zeit, als Umweltschutz noch längst keine Modethema war. Später erfolgte der Namenswechsel in Gesellschaft für Naturschutz Wildeshausen.
Zum 50-Jährigen Bestehen pflanzten die Mitglieder einen Gedächtnisbaum im Arboretum des Rotary-Clubs am Lehmkuhlenwald.
Besonders vor der Zeit der Umweltschutzgesetzgebung in den 1970er und 1980er Jahren übernahm der Verein viele Umweltschutzaufgaben. Er widmete sich unter anderem den alten Eichen- und Buchenbeständen auf den Wallanlagen, kümmerte sich um die Storchenwiesen in der Welgenmarsch oder um das Pestruper Moor und Gräberfeld.
1977 feierte die Gesellschaft im Lehmkuhlenwald die Eröffnung des Waldlehrpfades.
Ein besonderes Augenmerk hatte der Verein immer auch auf den Artenschutz, hier besonders bei den Störchen, den Uferschwalben , Eulen- und Wiesenvögeln oder Fröschen und Lurchen.
Regelmäßig kümmern sich die Vereinsmitglieder um die zahlreichen Nistkästen, die am Wildeshauser Wall, im Lehmkuhlenwald oder im Hölscherholz installiert wurden.
Für den amtierenden Vorstand um den Vorsitzenden Bern Lögering heißt es nun, den Verein abzuwickeln.
Auch wenn die Eintragung im Vereinsregister gelöscht wird, die Verbundenheit zur Natur bleibt bei den „Naturschutzgesellschaftern“ erhalten.

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