Die Erinnerung nicht vergessen

(Kommentare: 0)

Auch in Wildeshausen wird der Opfer des Holocaust gedacht

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Grauenvolle Bilder gingen um die Welt, als am 27. Januar 1945 das Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau von russischen Soldaten befreit wurde. Seit 1996 wird an dieses Ereignis auch in Deutschland mit einem nationalen Gedenktag erinnert. In Wildeshausen gab es bereits am Donnerstag eine Gedenkstunde auf dem jüdischen Friedhof. Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schulen (BBS) des Landkreises Oldenburg zeigten in ihrer Schule zudem eine szenische Collage über Kinder und Jugendliche in Ghettos und Konzentrationslagern.

Wolfgang Däubler (rechts) mahnte, aufzustehen gegen offenen oder latenten Antisemitismus, gegen pauschale Verurteilung von Muslimen oder gegen die Diskriminierung von Minderheiten. Foto: Martin Siemer
Wolfgang Däubler (rechts) mahnte, aufzustehen gegen offenen oder latenten Antisemitismus, gegen pauschale Verurteilung von Muslimen oder gegen die Diskriminierung von Minderheiten. Foto: Martin Siemer

Wildeshausens stellvertretender Bürgermeister Wolfgang Däubler erinnerte daran, dass der Gedenktag allen deutschen und europäischen Menschen jüdischen Glaubens, Sinti und Roma, engagierten Christen und Zeugen Jehovas, Mitgliedern der KPD, de SPD und der Gewerkschaften, homosexuellen Männern und Frauen, Behinderten, Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen gewidmet ist. „Wir erinnern am 27. Januar an Verbrechen gegen die Menschlichkeit, damals in der NS-Zeit, aber auch im Heute, in unserer Gegenwart und wir setzen unsere Werte einer freien, humanen und toleranten Gesellschaft dagegen“, sagte Däubler. „Ja, es darf wieder gehetzt werden, im Netz und im „Dark Net“, in einer Weise, dem dem 'Stürmer' und der Hetzpropaganda eines Josef Göbbels in keiner Weise nachsteht“, kritisierte Däubler. Auch Bodo Riethmüller vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden mahnte, dass Rechtsextremismus und Antisemitismus wieder um sich greife.
Schülerinnen und Schüler der BBS verlasen anschließend die Namen der zwölf jüdischen Mitbürger Wildeshausen, die durch das NS-Regime zu Tode kamen.

Eindrucksvoll vermittelten die jungen Erwachsenen, welch beklemmende Stimmung in den Ghettos herrschte. Foto: Martin Siemer
Eindrucksvoll vermittelten die jungen Erwachsenen, welch beklemmende Stimmung in den Ghettos herrschte. Foto: Martin Siemer

In der Aula der BBS an der Feldstraße führte die Theater AG der Schule „TaBBS“ das Stück „Doch einen Schmetterling hab' ich hier nicht gesehen“ von Lilly Axster auf. Eindrucksvoll vermittelten die jungen Erwachsenen, welch beklemmende Stimmung in den Ghettos herrschte. Stete Angst, Hunger und Drangsalierungen kennzeichneten das Leben.
Das Stück gab einen Einblick in eine Zeit, die gerade wegen ihrer unvorstellbaren Grausamkeiten nicht vergessen werden darf. Der Holocaustgedenktag ist nur ein Tag, der dem Vergessen entgegenwirkt.

Das Stück, das die Schülerinnen und Schüler der BBS aufführten, gab einen Einblick in eine Zeit, die gerade wegen ihrer unvorstellbaren Grausamkeiten nicht vergessen werden darf. Foto: Martin Siemer
Das Stück, das die Schülerinnen und Schüler der BBS aufführten, gab einen Einblick in eine Zeit, die gerade wegen ihrer unvorstellbaren Grausamkeiten nicht vergessen werden darf. Foto: Martin Siemer

„Wir sollten wachsam sein, aufstehen gegen offenen oder latenten Antisemitismus, gegen pauschale Verurteilung von Muslimen, gegen Diskriminierung von Minderheiten“, hatte Wolfgang Däubler auf dem jüdischen Friedhof gemahnt.

Zurück

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Was ist die Summe aus 3 und 8?