Die Hunte geiht

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Traditionelle Hunteeisschollenwette sichtet keine Eisschollen

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Fast vollzählig erschienen die Mitglieder der Hunteeisschollenwette am Mittwochabend pünktlich um 20 Uhr an der Landkrone. Mit einem Eisblock wollten sie prüfen, ob die Hunte „geiht“ oder „steiht“. Doch auch in diesem Jahr zeigte sich der Fluss eisfrei. Mit einem dumpfen „Platsch“ versank der Eisblock in den Fluten. „Zuletzt führte die Hunte im Jahr 2009 Eis“, erinnerte Willi Meyer, einer der Wetter. In diesem Jahr verfolgten auch einige Zuschauer das Treiben.

Am Mittwochabend prüfte die Hunteeisschollenwette, ob der Fluss „geiht“ oder „steiht“. Foto: Martin Siemer
Am Mittwochabend prüfte die Hunteeisschollenwette, ob der Fluss „geiht“ oder „steiht“. Foto: Martin Siemer

Mit Gerhard Lübben war auch das letzte noch lebende Gründungsmitglied zur Landkrone gekommen .Und wie seine Mitwetter standesgemäß gekleidet mit Zylinder und dunklem Mantel. Für ihn war es die 55. Hunteeisschollenwette.
Entstanden ist die Wette im Jahr 1962. Damals fiel der traditionelle Rosenmontagsball im Hannoverschen Hof wegen der Sturmflutkatastrophe in Hamburg aus. Einige junge Leute kamen aber dennoch in den Saal, allerdings ohne groß zu feiern. Dabei entstand die Eisschollenwette. Ende der 1990er Jahre wagte sich der inzwischen verstorbene Edu Hakemann sogar auf das Eis.
Nicht geändert hat sich in den all den Jahren das Wettprozedere. Damals verabredeten die Gründer, dass im darauffolgenden Jahr am 11. Januar geprüft werden solle, ob Eisschollen auf der Hunte schwimmen. Die Verlierer mussten die Gewinner zu einem halben Hähnchen, Brötchen und reichlich flüssiger Nahrung einladen. Damit die Chancen auf die richtige Vorhersage möglichst gerecht verteilt sind, ziehen die Mitglieder jeweils im Vorjahr versiegelte Lose, auf denen die Vorhersage festgeschrieben ist.

An der Landskrone verfolgten auch einige Zuschauer die Hunteeisschollenwette. Foto: Martin Siemer
An der Landskrone verfolgten auch einige Zuschauer die Hunteeisschollenwette. Foto: Martin Siemer

Und so wir es auch heute noch durchgeführt. Allerdings gibt heute zwölf statt sechs Mitglieder. Diese dürfen heute aus dem gesamten Stadtgebiet Wildeshausens kommen. Zu Gründungszeiten war das Privileg ausschließlich Zwischenbrückern oder „Pielepoggen, wie die Stadtteilbewohner auch genannt werden, vorbehalten.
In diesem Jahr fand das anschließende Hähnchenessen in der Gildestube im Hannoverschen Hof statt. Damit kehrte die Hunteeisschollenwette an ihren Gründungsort zurück. In den Jahren zuvor war die Hunteeisschollenwette 33 Jahre lang im Restaurant Wolters eingekehrt, davor im Hannoverschen Hof. Nach dem das Gasthaus Wolters inzwischen verschwunden ist, tagte man im vergangene Jahr im Wildeshauser Hof. Jetzt heißt es also: „Zurück zu den Wurzeln“.

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