Ehefrau brutal verprügelt

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Wildeshauser muss für Körperverletzungen und Bedrohung ein Jahr und sechs Monate hinter Gittern

Wildeshausen (msi). Faustschläge ins Gesicht, Tritte in den Unterleib und Würgegriffe. Ein 49-Jähriger Wildeshauser ging in den vergangenen zwei Jahre nicht gerade zimperlich mit seiner Ehefrau um. Die Quittung bekam er in dieser Woche vor der Strafrichterin am Amtsgericht. Sie schickte den mehrfach vorbestraften Angeklagten für ein Jahr und sechs Monate hinter Gittern. Zudem wurde ein Kontaktverbot zu seiner Ehefrau ausgesprochen.
Die Beziehung des Paares scheint nicht ganz einfach. Das zeigte auch die Dauer der Verhandlung, die über sechseinhalb Stunden ging. Zeitweise wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen.
Nach Angaben des Angeklagten kannten beide sich seit 30 Jahren. Vor zwei Jahren wurde schließlich ein Paar aus ihnen. Doch schon vor der Hochzeit im Juni 2015 gab es die erste Körperverletzung. Auf einem Autobahnparkplatz schlug der Wildeshauser mit Fäusten auf seine Frau ein. Der zweite Vorfall ereignete sich beim Pfingstfest 2015. Damals habe sich seine Frau nicht an Absprachen gehalten. Als er sie vom Gildefest abholte, schlug er auf dem Heimweg im Auto auf sie ein.
Am 16. September schließlich würgte er seine Partnerin in der Wohnung eines Freundes und trat ihr in die Genitalien. Er bedrohte dem Freund mit dem Tod, falls dieser die Polizei informieren würden.
Vierzehn mal soll die 39-Jährige ihren gewalttätigen Ehemann verlassen haben, kehrte jedoch immer wieder zurück. Per SMS bat sie ihn um Verzeihung und flehte ihn an, sie wieder aufzunehmen.
Als sie dann erneut auszog, vermutete der Angeklagte sie bei ihren Eltern und drang widerrechtlich in deren Haus ein.
Als die Körperverletzungen angeklagt wurden, versuchte der 49-Jährige massiv, seine Ehefrau und Zeugen zu beeinflussen und einzuschüchtern. Deshalb wurde er am 8. Februar 2017 in Haft genommen. Zum Prozess wurde der Angeklagt in Handschellen vorgeführt.
In seinem Plädoyer forderte der Staatsanwalt eine Freiheitsstrafe von einem Jahr für die Körperverletzungen, für Bedrohung und Hausfriedensbruch. Der Verteidiger plädierte für eine Bewährungsstrafe.
Dafür sah die Strafrichterin aber angesichts des erheblichen Vorstrafenregisters keine Möglichkeit. Der 49-Jährige saß unter anderem wegen räuberischer Erpressung. 2010 wurde er vom Amtsgericht Verden werden sexuellen Missbrauchs seiner damals 13-Jährigen Stieftochter zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und zehn Monaten verurteilt.
Für die 39-Jährige Ehefrau scheint das Martyrium aber beendet zu sein. Sie hat Hilfe beim „Weißen Ring“ gesucht und sich offenbar aus der Abhängigkeit von ihrem gewalttätigen Ehemann gelöst.

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