Elf Monate hinter Gittern

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Betrunkener 31-Jähriger fährt Feuerwehrleuten über die Füße und flüchtet

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Elf Monate Freiheitsstrafe ohne Bewährung, so lautete am Dienstagvormittag das Urteil der Strafrichterin gegen einen 31-Jährigen aus Thüringen. Der Mann hatte war am 23. Juni 2016 alkoholisiert Auto gefahren, hatte dabei mehrere Feuerwehrleute in Gefahr gebracht, einen Telefonmast gerammt und war vor der Polizei geflüchtet. Weil der Thüringer noch unter laufender Bewährung steht, sah die Richterin keine Möglichkeit einer erneuten Bewährungsstrafe.
Der Angeklagte hatte am 23. Juni abends mit Arbeitskollegen gezecht und wollte an einer Tankstelle alkoholischen Nachschub holen. Obwohl er nicht im Besitz eines Führerscheins war und bereits erhebliche Mengen Hochprozentiges konsumiert hatte, fuhr er am Steuer eines Firmenwagen zusammen mit einem Arbeitskollegen los. Auf der Simmerhauser Straße versuchte er mehrfach, zwei dort fahrende Fahrzeuge der Feuerwehr Wildeshausen zu überholen. Nach dem ersten Überholvorgang schnitt er eines dieser Fahrzeuge. Aufgrund der auffälligen Fahrweise des 31-Jährigen stoppten die Feuerwehrleute den Wagen an der Einmündung zur Bundesstraße B 213. Als sie ihn zur Rede stellen wollten, gab der Mann Gas und fuhr dabei zwei Feuerwehrleuten über die Füße. Nur die mit Sicherheitskappen versehenen Einsatzstiefel verhinderten Verletzungen. Andere Feuerwehrleute brachten sich mit einem Sprung in Sicherheit.
Der Thüringer flüchtete zurück in Richtung Simmerhausen. Ein inzwischen alarmierter Streifenwagen kam ihm entgegen und gab Haltezeichen, die der 31-Jährige ignorierte. Er bog in die Straße „Am Kürk“ ab und flüchtete mit hoher Geschwindigkeit. Die Polizeibeamten gaben in ihrem Bericht an, dass sie ihn trotz einer Geschwindigkeit von 120 Stundenkilometern nicht einholen konnte. In einer Rechtskurve kam der Angeklagte nach links von der Fahrbahn ab, rammte einen Telefonmast und setzte seine Fahrt fort. Erst kurz vor der Bundesstraße konnte er von der Polizei gestellt werden, wobei er erheblichen Widerstand leistete. Eine Blutalkoholkontrolle ergab einen Alkoholwert von 1,74 Promille.
Den ersten Verhandlungstermin im Januar hatte der Angeklagte versäumt, weswegen er nun aus der Untersuchungshaft nach Wildeshausen gebracht wurde. Auch sein bisheriges Leben verlief nicht geregelt. Insgesamt zwölf Vorstrafen verzeichnete der Auszug aus dem Bundeszentralregister. Neben Fahren ohne Fahrerlaubnis, vorsätzliche Trunkenheit im Verkehr waren dort auch Körperverletzungen, Nötigung oder Betäubungsmitteldelikte aufgelistet.
Zudem hatte der Thüringer in den vergangenen Monaten mehrfach Termine bei seiner Bewährungshelferin unentschuldigt nicht wahrgenommen. Die Staatsanwältin sah in ihrem Plädoyer deshalb auch keine Möglichkeit einer erneuten Bewährungsstrafe. Sie forderte eine Gesamtstrafe von zehn Monaten und zwei Wochen und eine Führerscheinsperre von 24 Monaten. Der Verteidiger dagegen hielt eine Bewährungsstrafe von sieben Monaten für angemessen, auch weil er bei seinem Mandaten eine gewisse Stabilisierung wahrgenommen hatte.
Die Richter ging in ihrem Urteil aber noch über den Antrag der Staatsanwältin hinaus. Für die elfmonatige Freiheitsstrafe sah auch sie erneute Bewährung gegeben. Neben der Haftstrafe gab es noch eine 24-monatige Führerscheinsperre.
„Sie stehen unter laufender Bewährung und haben zwölf Voreintragungen. Das spricht alles nicht für sie“, argumentierte die Richterin. Der Angeklagte müsse unbedingt sein Alkohol- und Suchtproblem bearbeiten, um ein geregeltes Leben zu erlangen.

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