Entscheidung mit Unbekannten

(Kommentare: 0)

Wildeshauser Bauausschuss bringt Feuerwehrhaus auf den Weg

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Eigentlich hätte das neue Haus für die Freiwillige Feuerwehr Wildeshausen schon im vergangenen Jahr eingeweiht werden sollen. Doch schon die Sanierung des Baugeländes in der Pagenmarsch verzögerte und verteuerte sich erheblich. Über das Planungsstadium kam der Bau bisher nicht hinaus. Am Donnerstagabend nun sprach sich der Ausschuss für Stadtplanung, Bau und Umwelt dafür aus, den Neubau umzusetzen.
Ronald Künzel vom Planungsbüro Künzel Pohl und Partner stellte die aktuellen, nochmals überarbeiteten Planungen vor. 2,835 Millionen Euro sind für den Neubau veranschlagt. Darin enthalten sind 400.000 Euro für einen sogenannten erhöhten Standard, der nichts anderes ist, als die Installation einer zukunftssicheren Ausstattung mit moderner Elektro- und Nachrichtentechnik. Unberücksichtigt bleibt zunächst die Gestaltung der Außenanlage. Über sie wird gesondert beraten und beschlossen.
Das beschlossenen Investitionsvolumen ist allerdings mit einigen Unbekannten versehen. Die den von Künzel vorgestellten Summen beruhen auf Preiserhebungen aus dem Mai und Juni 2014. Inwieweit sich diese möglicherweise nach oben verändert haben, konnte der Architekt nicht sagen. Das wiederum sorgte bei einigen Ausschussmitgliedern für Unmut. Wolfgang Sasse (CDU) forderte den Planer auf, bis zur Verwaltungsausschusssitzung am 26. Februar belastbare, verbindliche Zahlen vorzulegen. “Die Bürger haben das Recht zu erfahren, wie wir mit ihrem Geld umgehen. Es ist ihre Aufgabe, das darzustellen, sie haben zu liefern“, sagte Sasse recht deutlich.
Diskussionsbedarf gab es bei der vorgesehenen Waschhalle. Sie war bereits in der ersten Planung des Neubaus enthalten, viel dann jedoch dem Rotstift zum Opfer und verwandelte sich in einen Waschplatz. Dieser hätte jedoch wegen des Oberflächenwassers mit einem größeren und kostenintensiveren Ölabscheider ausgestattet werden müssen. Um dass zu verhindern, sah eine Alternative den Bau einer Carportähnlichen Bedachung vor. Die zweite Alternative war die Verlängerung des Feuerwehrhauses um 6,50 Meter für die abgegrenzte Waschhalle. Die Preisdifferenz zwischen beiden Alternativen beträgt nach Angaben des Planers 70.000 Euro. Der Ausschuss sprach sich für die große Lösung aus, zumal die Waschhalle als weiterer Stellplatz genutzt werden könnte.
Insgesamt verfügt der Feuerwehrhausneubau über 11 Stellplätze inklusiv Waschhalle. Im Sozial- und Verwaltungstrakt sind unteren Schulungs- und Versammlungsräume, eine Einsatzzentrale, Büros für Ortsbrandmeister und Zugführer sowie Räume für die Jugendfeuerwehr geplant. Im Bereich der Fahrzeughalle sind in abgegrenzten Räumen Umkleiden für die Einsatzkräfte sowie Werkstatt- und Lagerräume vorgesehen.
Ein Problem könnte noch die Zufahrt zum Feuerwehrhaus darstellen. Denn die Krandelstraße liegt auf einen Niveau von 18,70 Metern über NN (Normalnull). Die derzeitige Höhe des Bauplatzes liegt bei 19,70 über NN. Dieser muss jedoch für das künftige Feuerwehrhaus 20,30 über NN aufgefüllt werden. Durch den Höhenunterschied zwischen Bauplatz und Straße hätten die Zu- und Abfahrten ein Gefälle von etwa hier Prozent.
Nach dem Verwaltungsausschuss wird abschließend der Rat der Stadt über den Neubau des Feuerwehrhauses entscheiden.

Zurück

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte rechnen Sie 2 plus 7.