Entschuldigung im Gerichtssaal

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Verfahren wegen Körperverletzung gegen Schmerzensgeldzahlung eingestellt

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Per Handschlag entschuldigte sich ein 28-Jährige Angeklagter bei einem 57-Jährigen, den er am 31. Januar vor einer Gaststätte in der Huntestraße attackiert haben soll. Die Entschuldigung und die Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 1.000 Euro waren Voraussetzung, dass das Verfahren vorläufig eingestellt wurde. Fünf Monate hat der 28-Jährige jetzt Zeit, das Schmerzensgeld in Raten zu zahlen, dann ist die Anklage endgültig vom Tisch.
Die Staatsanwaltschaft warf dem 28-Jährigen aus der Samtgemeinde Harpstedt vor, am 31. Januar gegen 3.30 Uhr vor der Gaststätte auf den 57-Jährigen eingeschlagen zu haben und sich bei dem am Boden liegenden auf den Brustkorb gekniet zu haben. Der Angeklagte selbst macht vor Gericht keine Aussage. Vermutlich auch deshalb, weil er aufgrund eines damaligen Blutalkoholwertes von 2,24 Promille keine Erinnerung an das Geschehen hatte.
Das 57-Jährige Opfer sagte als Zeuge aus. Er sei in die Gaststätte gekommen, wo er sich mit Freunden treffen wollte. Der Angeklagte, den er nicht kannte, sei dann an ihm vorbeigelaufen und habe ihm unvermittelt einen Schlag gegen den Kopf gesetzt. Der Gastwirt des Lokal brachte den 57-Jährigen dann nach draußen. Dort wurde er erneut von dem 28-Jährigen attackiert. Zudem hätte ihn ein weiterer Mann mit dem Knie am Boden fixiert. Eine Frau zog den Mann schließlich in Sicherheit und alarmierte einen Rettungswagen. Er blutete aus den Ohren und wurde mit dem Verdacht auf einen Schädelbruch in ein Oldenburger Krankenhaus gebracht. Diese erste Diagnose bestätigte sich jedoch nicht. Dafür musst dem Mann ein Stent im Bein neu gesetzt werden, weil der Vorhandene bei der Auseinandersetzung gequetscht wurde.
Der Verteidiger des Angeklagten befragte den Zeugen, ob dieser bereits im Lokal an einer Schubserei beteiligt war, was der 57-Jährige verneinte. Die Richterin ihrerseits wies daraufhin, dass sich der Strafbefehl gegen den 28-Jährigen nur auf das Geschehen vor dem Lokal beziehe. Sie regte die Einstellung des Verfahrens gegen die Zahlung eines Schmerzensgeldes an den 57-Jährigen an. Nach kurzer Beratung mit seinem Anwalt stimmte der Angeklagte dem zu. Noch im Gerichtssaal entschuldigte er sich mit Handschlag bei seinem Kontrahenten. „Ich habe keine Erinnerung, was damals geschehen ist, ich sehe sie heute zum ersten Mal.

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