Erinnerung wird sichtbar

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In Wildeshausen werden Stolpersteine verlegt

Wildeshausen. Sie sollen helfen, über die Geschehnisse während der Naziherrschaft zu stolpern, die 12 Stolpersteine, die am kommenden Sonnabend, 1. März in Wildeshausen verlegt werden. Viereinhalb Jahre voller kontroverser Diskussionen hat es gedauert, bis der Arbeitskreis „Für Demokratie und Toleranz" im Präventionsrat der Stadt Wildeshausen sein Vorhaben in die Tat umsetzten konnte.

Am Freitag teilten Ingeborg Jacoby, Charlotte von Olearius vom Arbeitskreis sowie Bernd Oeljeschläger und Peter Heinken vom Bürger- und Geschichtsverein Einzelheiten zur Verlegeaktion mit.

Gunter Deming wird am Sonnabend die ersten vier Steine vor dem Haus Sägekuhle 3 verlegen. Danach geht es zur Sägekuhle 6 und dann weiter zur Huntestraße 26. Die beiden letzten Stationen sind die Westerstraße 24 und die Sögestraße 16. Pastor Markus Löwe begleitet mit einer Konfirmandengruppe die Aktion. Die Pflege der Stolpersteine wird von Schülern des Gymnasium Wildeshausen übernommen.

Wildeshausen reiht sich damit in die Reihe von etwa 1000 Städten ein, in denen der Kölner Künstler Gunter Deming mittlerweile 43000 Stolpersteine verlegt hat, die an die Opfer des Naziregimes erinnern sollen. In Wildeshausen werden 12 Steine verlegt, die jüdischen Mitbürgern gewidmet sind, die zwischen 1938 und 1945 ermordet wurden oder an den Folgen ihrer Inhaftierung oder Verfolgung starben.

Die Stolpersteine sind als Erinnerung an die Opfer des Regimes nicht unumstritten. Gerade bei den jüdischen Gemeinden in Deutschland gibt es heftige Ablehnung, gleichzeitig aber auch Zustimmung. Auch in Wildeshausen wurde vielfach Ablehnung gegen diese Form des Gedenkens geäußert. Die Kritiker sehen die Gefahr, dass die Steine und damit die Erinnerung an die Gräueltaten im wahrsten Sinne des Wortes „mit Füßen getreten“ werden. Der Rat der Kreisstadt sprach sich letztlich mit einer deutlichen Zweidrittelmehrheit für die Verlegung aus.

Die Stolpersteine sind aus Beton mit einer etwa 10 mal 10 Zentimeter großen Messingplatte. In sie sind die Namen der jüdischen Mitbürger verewigt sowie ein Text, den Peter Heinken verfasste.

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