Fahrverbot vermieden

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Angehender Berufskraftfahrer muss Geldstraße zahlen

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Mit einem blauen Auge davongekommen ist ein 23-Jähriger Ahlhorner am Mittwochmorgen vor dem Amtsgericht Wildeshausen. Er musste sich wegen Nötigung im Straßenverkehr verantworten. Zwar war ein entsprechendes Verfahren gegen Zahlung einer Geldbusse in Höhe von 200 Euro und der Teilnahme an Maßnahmen der Verkehrswacht im Jahr 2016 eingestellt worden. Der junge Mann war den Auflagen jedoch nicht nachgekommen, hatte bislang nur 40 Euro gezahlt und war nicht bei der Verkehrswacht erscheinen. Am Mittwoch stand er deshalb erneut vor der Strafrichterin. Allerdings musste er auf juristischen Beistand verzichten. Sein Verteidiger hatte im Vorfeld das Mandat niedergelegt.
Die Anklage warf ihm vor, mit seinem Auto am 11. Juni 2015 auf einer Straße in Aumühle einen Radfahrer bedrängt zu haben, wodurch dieser zu Fall kam und sich an der Hand verletzte.
Der Angeklagte war damals mit einem Freund und dessen Freundin von Wildeshausen in Richtung Aumühle unterwegs. Der spätere Geschädigte, der ehemalige Lebensgefährte der Mitfahrerin kam ihnen mit dem Fahrrad entgegen. Weil seine beiden Mitfahrer noch etwas mit dem Ex klären wollten, wendete der Angeklagte und fuhr dem Radfahrer hinterher. Nach eigenen Angaben sei er Schrittgeschwindigkeit und seitlich versetzt hinter ihm gefahren. Vor einem Zaun hätte der Radfahrer dann plötzlich und abrupt gebremst und kam zu Fall. „Da war überhaupt nicht notwendig“, schilderte der Angeklagte die Situation. Mehr Klarheit in die Angelegenheit hätten drei geladene Zeugen bringen können. Alle drei erschienen jedoch nicht zum Termin. Sie wurden deshalb von der Richterin, in Abwesenheit, mit einem Ordnungsgeld von jeweils 250 Euro, ersatzweise drei Tage Haft belegt.
Der 23-Jährige Angeklagte wurde letztlich zu einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu je zehn Euro verurteilt. Ein Fahrverbot wurde nicht verhängt. Ein Glück für den jungen Mann, absolviert er doch zur Zeit eine Ausbildung als Berufskraftfahrer.
Der Staatsanwalt sah in seinem Plädoyer den Tatbestand der Nötigung für erfüllt und forderte eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je 10 Euro.

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