Geldstrafe für Exhibitionisten

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Richterin wertet Aussagen des Angeklagte als Schutzbehauptungen

Von Martin Siemer

Wildeshausen. 1.350 Euro Geldstrafe muss ein 24-Jähriger nach dem Urteil der Strafrichterin am Amtsgericht zahlen. Der Mann wurde wegen exhibitionistischer Handlungen in zwei Fällen verurteilt. Die Aussagen des 24-Jährigen werteten Richterin und Staatsanwalt als reine Schutzbehauptungen. Fünfmal soll der Mann um den Jahreswechsel 2015/2016 Frauen und Kindern gegenüber sein Geschlechtsteil gezeigt haben. Nur zwei Fällen waren angeklagt, weil die Zeugen nur in diesen Fällen den Mann eindeutig identifizieren konnten.
Auf dem Pestruper Gräberfeld, in den Marschwiesen und im Krandel war der 24-Jäährige in Erscheinung getreten. Auf dem Gräberfeld suchte er sich dann aber ausgerechnet eine Polizeibeamtin als nächstes Opfer aus. Diese nahm ihn fest.
Zuvor hatte er in den Marschwiesen eine heute 24-Jährige getroffen, die dort mit ihrem Hund spazieren ging. Man kam kurz ins Gespräch. Als sich die junge Frau dann jedoch kurz zu ihrem Hund drehte und dann wieder dem Angeklagte zuwandte, hatte dieser seine Hofe geöffnet und manipulierte an seinem Glied. „Ich hab dann nur Hilfe gesagt und bin schnell weggegangen“. Die Wochen nach dem Vorfall habe sie die Marschwiesen gemieden.
Eine weitere Zeugin schilderte ein Ereignis auf dem Pestruper Gräberfeld. Auch sie war mit ihrem Hund unterwegs, als sie eine Person hinter sich bemerkte. „Die war zunächst etwa 100 Meter weg. Als ich stehen blieb, um den Hund anzuleinen, kam die Person näher, auf etwa zwei bis drei Meter“, sagte die Zeugin aus. Auch bemerkte die geöffnete Hose und das sichtbare Geschlechtsteil. „Er hat dann gefragte 'Are you scarry?'“.
Der Angeklagte, der mithilfe einer Dolmetscherin aussagte, erklärte hingegen, er habe in den Marschwiesen auf einer Bank gesessen, um dort zu pinkeln. Auch auf dem Gräberfeld habe er sich erleichtern wollen. Die Zeugin hätte ihn dabei überrascht.
Seine Einlassungen nahmen ihm aber weder Staatsanwalt noch Richterin ab. Auch, dass er kein Englisch spreche, wurde nicht geglaubt. Beide Zeuginnen versicherten glaubhaft, dass er zumindest wortweise englisch gesprochen hatte.
„Für mich steht fest, dass der Angeklagte sich vorsätzlich entblößt hat, um die Zeuginnen zu belästigen“, betonte die Richterin in ihrer Urteilsbegründung. Mit der Höhe der Geldstrafe folgte sie dem Antrag des Staatsanwaltes. Dem Angeklagten gab sie mit auf den Weg, sich für seine sexuelle Störung Hilfe zu suchen.
Da sowohl Anklage als auch Angeklagter auf Rechtsmittel verzichteten, ist das Urteil rechtskräftig.

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