Gelebte Erinnerung in Wildeshausen

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Veranstaltungen des Präventionsrates der Stadt Wildeshausen im November

Wildeshausen (msi). Seit mehreren Jahren organisiert der Präventionsrat der Stadt Wildeshausen im November Veranstaltungen um unter anderem an die Pogromnacht der Nationalsozialisten am 9. November 1938 und an das Schicksal der jüdischen Bürgerinnen und Bürger Wildeshausens zu erinnern.

Burghart Klaußner als Fritz Bauer und Ronald Zehrfeld als Karl Angermann im Film „Der Staat gegen Fritz Bauer“. Foto: Martin Valentin Menke
Burghart Klaußner als Fritz Bauer und Ronald Zehrfeld als Karl Angermann im Film „Der Staat gegen Fritz Bauer“. Foto: Martin Valentin Menke

Auch in diesem Jahr gibt eine Veranstaltungsreihe, die Bürgermeister Jens Kuraschinski und Charlotte von Olearius vom Präventionsrat am Mittwochmorgen vorstellten.
Die Reihe beginnt am 2. November, 20 Uhr mit dem Film „Der Staat gegen Fritz Bauer“, der im LiLi-Servicekino gezeigt wird. Der in diesem Jahr mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnete Streifen spielt im Jahr 1957. Der Frankfurter Generalstaatsanwalt Fritz Bauer setzt alles daran, die Verantwortlichen der Naziverbrechen vor Gericht zu stellen. Bei seinen Ermittlungen erfährt er jedoch Widerstand aus den eigenen Reihen. Die Behörden scheinen nicht an einem Erfolg interessiert zu sein, vielmehr wird Bauer Arbeit sabotiert. Dennoch gelingt es ihm, das mit Adolf Eichmann einer der Hauptorganisatoren des Holocaust zur Verantwortung gezogen wird.
Der Erinnerungstag am 9. November führt auch in diesem Jahr an den Häusern vorbei, in denen jüdische Familien in Wildeshausen ihre letzte freigewählte Wohnung hatten. Der Erinnerungsgang wird von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Wildeshausen gestaltet.

Johanna Kunze links) und Frauke Geyer kommen mit einer szenischen Lesung über Sophie Scholl und  Cato Bontjes van Beek nach Wildeshausen. Foto: Christiane Hess
Johanna Kunze links) und Frauke Geyer kommen mit einer szenischen Lesung über Sophie Scholl und Cato Bontjes van Beek nach Wildeshausen. Foto: Christiane Hess

Die Diplom Sozialwissenschaftlerin Kristin Harney hält am 16. November im Rathaussaal einen Vortrag mit dem Titel „Alter Hass in neuen Kleidern“. Harney zeigt auf, dass die Kampagnen und Ideen der sogenannten modernen Rechtsextremisten die Tradition des historischen Nationalsozialismus wieder belebt.
Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildet die szenische Lesung „Lerne mit dem Herzen zu leben! Zwei kurze Leben in Widerstand“ am 23 .November in der Musikschule des Landkreises Oldenburg. Die Autorin und Publizistin Dr. Frauke Geyken und die Regisseurin, Theaterpädagogin und Dramaturgin Johanna Kunze stellen bei der Lesung die Biografien von Sophie Scholl und Cato Bontjes van Beek vor. Beide Frauen waren als Widerstandskämpferinnen aktiv, im gleichen Alter und wurden kurz nacheinander hingerichtet.
Über das gesamte Programm der diesjährigen Novemberveranstaltungen informiert ein Flyer, der im Stadthaus und beim Verkehrsverein im historischen Rathaus erhältlich ist.
Jens Kuraschinski als Vorsitzender des Präventionsrates begrüßte es, dass auch in diesem Jahr an die Verbrechen der Nationalsozialisten erinnert wird. „Das was sich seinerzeit in Deutschland ereignet hat, darf sich nie wiederholen.“

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