Gesucht: Ein Wolf

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Land ist in sechs Landkreises Land auf der Pirsch

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Mehrfach wurde in den vergangenen Tage ein junger Wolf im Landkreis gesehen. Und die, die ihn zu Gesicht bekamen, waren erfreut, ein solches Tier in freier Wildbahn zu erleben. Doch offenkundig macht sich immer mehr Angst breit, die Geschichte von Rotkäppchen und dem Wolf könnte Realität werden.
Das niedersächsische Umweltministerium sah sich jedenfalls am Montag zum Handeln genötigt. Umwelt-Staatssekretärin Almut Kottwitz erklärte am heutigen Dienstag in Hannover, welche Maßnahmen ihr Ministerium vorsieht und wie diese umgesetzt werden sollen.
Danach soll der vom Ministerium beauftragte Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit den Verwaltungen der Landkreise Cloppenburg, Oldenburg, Vechta, Nienburg und Diepholz abstimmen, welche Personen dort mit der „Immobilisierung und Vergrämung beauftragt werden können“.
Hierfür kommen unter anderem Kreisveterinäre, andere Amtspersonen wie Polizisten, möglicherweise auch die Wolfsberater oder andere Personen, die ausreichende Kenntnisse zum Wolf und im Umgang mit Waffen haben in Frage. Es ist nicht beabsichtigt, die Jägerschaft allgemein zu beteiligen. Dies ist mit der Landesjägerschaft (LJN) auch so abgesprochen, teilte die Staatssekretärin mit.
Mit den zuständigen Polizeidirektionen sei abgesprochen worden, dass dieser, im Behördendeutsch genannte „Immobilisierer“ bei Erscheinen des Wolfes in Menschennähe umgehend durch die Polizei an den jeweiligen Ort gebracht werde. Zudem verfüge die Polizei selbst über einen Mitarbeiter, der mit einem Betäubungsgewehr umgehen darf.
„Der auffällig gewordene Wolf wird jetzt beobachtet, alle Sichtungen registriert, und versucht, den Wolf einzufangen“, heißt es in der Presseerklärung des Ministeriums.
Der Wolf soll dazu betäubt und zur kurzfristigen Beobachtung in eine Auffangstation gebracht werden. Anschließend soll er mit einem Funksender versehen und wieder in die Freiheit entlassen werden. Dabei soll er durch unangenehme Reize erfahren, dass der Mensch ihm nichts gutes will. Was Almut Kottwitz mit diesen unangenehmen Reizen konkret meint, ließ sich der Pressemitteilung nicht entnehmen.
Deutlich wurde jedoch, dass eine Tötung des Tieres erst dann erfolgen soll, wenn die Vergrämungsmaßnahmen erfolglos bleiben oder das Tier ein aggressives Verhalten gegenüber Menschen zeigt. Erst dann würde der Wolf „der Natur auf Dauer entnommen“.
Eine Tötung des Tieres wäre nur unter den Voraussetzungen des rechtfertigenden Notstandes (§ 34 StGB) zulässig. Allerdings habe bislang kein in Niedersachsen lebender Wolf ein aggressives Verhalten gegenüber dem Menschen gezeigt.

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