Harsche Kritik am „Nochbürgermeister“

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Wirtschaftspreis und Jahreshauptversammlung der Mittelstandsvereinigung

Altona. Die Jahreshauptversammlung der Mittelstandsvereinigung (MIT) Wildeshausen am Freitag vor dem Rosenmontag hat eine Tradition. Tradition ist dabei auch die „Abrechnung“ der Mittelständler mit Politik und Verwaltung. Denn in den Augen der MIT wird dort viel zu oft zu wenig getan, um Wildeshausen voranzubringen.

Die diesjährige Versammlung am vergangenen Freitag im Hotel Gut Altona nutzte Manfred Wulf, Sprecher des MIT-Vorstandes erneut zu harscher Kritik an „Nochbürgermeister“ Dr. Kian Shahidi. Wie in den Vorjahren vermied es Wulf jedoch, den Namen in seiner Rede zu verwenden. Dabei war Shahidi im Jahr nach seinem Amtsantritt selbst noch Gast auf dem Treffen der MIT. Dafür gab es jetzt viel Kritik an seiner Arbeit.

„In den letzten sieben Jahren ist eine wichtige Weichenstellung erfolgt für die positive Zukunft Wildeshausens“, zitierte Wulf aus Shahidis Jahresrückblick. „Ich sehe das komplett anders“ ,betonte Wulf. In den vergangenen sieben Jahren sei viel zu zögerlich investiert worden. Projekte wie der Kreisverkehr an der Pestruper Straße oder der Turnhallenneubau an der St.-Peterschule hätten viel zu viel Zeit verschlungen. Außerdem sei es ärgerlich, dass in den letzten Jahren viele Unternehmen Wildeshausen verlassen hätten. „Wildeshausen hat im Landkreis Oldenburg die schwächste Ansiedlungspolitik.“

Hoffnung setzte Wulf auf die anstehende Bürgermeisterwahl, bei der Shahidi nicht wieder antritt. Und er machte ein wenig Wahlwerbung für Sabine de Buhr-Deichsel, die als Kandidatin von fünf Ratsparteien unterstützt wird. „Es war geradezu erfrischend, mal wieder mit jemandem zu sprechen, der berufliche Erfahrung und Qualifikation zur Führung einer Verwaltung hat“, sagte Wulf.

Zu Beginn seiner Rede hatte Wulf die 259 Gäste auf Gut Altona begrüßt. Unter ihnen die Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen, die Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Bley und Christian Dürr. Und auch eine Delegation der Mittelstandunion aus dem bayrischen Ansbach hatte den Weg nach Wildeshausen gefunden. Mit angereist war  Max-Josef Strauß, Sohn des verstorbenen ehemaligen bayrischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß.

Ein besonderer Gruß galt dem FDP-Landesvorsitzenden in Niedersachsen Dr. Stefan Birkner. Ihm viel die Aufgabe zu, die Laudatio auf den Träger des Wirtschaftspreises 2013 zu halten. Ausgezeichnet wurde Franz Bahlmann, Gründer und Geschäftsführer von „Küchentreff“ einem Einkaufsverband mit Europaweit 350 Partnerbetrieben und dem Firmensitz in Wildeshausen.

Der Ehrenamtspreis ging in diesem Jahr an Wildeshausens Altbürgermeister Franz Duin. Die MIT würdigte damit seine Verdienste für die Stadt und sein vielfältiges ehrenamtliches und soziales Engagement.

Nach den Preisverleihungen und einem deftigen Grünkohlessen entführte der Berliner Parodist Jörg Hammerschmidt die Gäste in die Welt der Reichen und Prominenten. Ob Udo Lindenberg, Peter Maffay, Angela Merkel, Per Steinbrück Otto Waalkes oder Heinz Erhardt, kaum einen Prominenten gab es, den Hammerschmidt nicht täuschend echt imitieren konnte. So ließ er Angela Merkel den Max Rabe Klassiker „Kein Schwein ruft mich“ an in einer leicht veränderten Form singen.

Und auch Altbundespräsident Christian Wulff kam zu Wort „Ich wäre ja schon früher zurückgetreten, aber ich hatte keinen Sponsor für den Umzugswagen.“ Sein Auftritt war gewürzt mit viel Lokalkolorit. So floss immer wieder die Sanierung der Pagenmarsch in die Texte ein und auch der vermutlich ebenfalls teurere Bau des neuen Feuerwehrhauses fand Platz in den Liedern. Am Ende seiner gut 30-minütigen Show erntete Jörg Hammerschmidt verdient Standing Ovations.

Die MIT Mitglieder feierten mit ihren Gästen anschließend ausgelassen bis tief in die Nacht.

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