Harter Winter steht offenbar bevor

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Rockappell der Wachkompanie bei Kempermann in Großenkneten

Wildeshausen/Großenkneten (msi). Jedes Jahr das gleiche Problem zur Adventszeit: Bei einigen Mitglieder der Wachkompanie der Wildeshauser Schützengilde kneift der Uniformrock. Das stellten Oberst Willi Meyer und Detlev Hohn, Hauptmann der Wache, auch beim diesjährigen Rockappell am Sonnabend fest. Gemeinsam mit fast 150 Gästen feierte die Wache ihren Wacheball, in diesem Jahr erstmals im Gasthaus Kempermann in Großenkneten.
Doch auch wenn bei einigen Wachesoldaten zusätzliche Fitnessstunden auf dem Dienstplan stehen dürften, am Ende des Rockappells meldete Oberst Willi Meyer an Gildegeneral Jens Kuraschinski: „Die Wachkompanie ist wie immer in einem perfekten Zustand – das nächste Gildefest kann kommen“.

Detlef Hohn und Detlev Horst, Feldwebel der Wache, ehrten  Matthias Lenz, Klaus Poppe, Ernst Frost, Elmar Coert, Siegbert Schmidt, Udo Weiselowski, Philipp Hogeback, Heiner Beckmann, Helmut Niester und Ludger Hogeback. Foto: G
Detlef Hohn (Dritter von links) und Detlev Horst, Feldwebel der Wache (rechts), ehrten Matthias Lenz, Klaus Poppe, Ernst Frost, Elmar Coert, Siegbert Schmidt, Udo Weiselowski, Philipp Hogeback, Heiner Beckmann, Helmut Niester und Ludger Hogeback. Foto: G

Im Rahmen des Appells sprachen Meyer, Hohn und Feldwebel Detlev Horst gleich mehrere Ehrungen aus.
Den Wacheorden in Gold gab es für Generalmajor Ernst Frost. Frost habe sich sich schon als Hauptmann der Wache von 1988 bis 1992 bei der Wachkompanie wohl gefühlt. Sein letztes Dienstjahr war sehr außergewöhnlich, da er als Major das Amt Hauptmann der Wache, noch zusätzlich ein Jahr ausüben durfte.
Oberstleutnant Siegbert Schmidt erhielt den Wacheorden in Silber. Schmidt habe sich in den vergangenen Jahren immer für die Wache stark gemacht. Während des Gildefestes sei er für die Wachkompanie immer ein wertvoller Ansprechpartner im Rathaus.
Ebenfalls mit dem Wacheorden in Silber ausgezeichnet wurden die Tamboure Klaus Poppe und Matthias Lenz (jeweils 10 Jahre im Tambourkorps) sowie die Obergefreiten Philipp Hogeback und Elmar Coert. Beide gehören der Wachkompanie seit zehn Jahren an.
Stabsunteroffizier Heiner Beckmann, seit 1986 Wachemitglied, wurde mit dem Verdienstorden in Silber ausgezeichnet. Den Verdienstorden in Bronze gab es für Stabsunteroffizier Helmut Niester und Vize-Feldwebel Udo Weiselowski.
Stabssergeant Ludger Hogeback bekam den Ehrenorden in Silber für 40-Jährige Dienstzeit verliehen.

Angeführt vom Tambourkorps umrundete die Wachkompanie mit ihren Gästen dreimal den Brunnen auf dem Wildeshauser Marktplatz. Foto: Martin Siemer
Angeführt vom Tambourkorps umrundete die Wachkompanie mit ihren Gästen dreimal den Brunnen auf dem Wildeshauser Marktplatz. Foto: Martin Siemer

Nach dem Appell und einem gemeinsamen Abendessen feierte die Wachkompanie mit ihren Gästen ausgelassen. Unter ihnen auch der amtierende König der Schützengilde Lars Kröger und Schaffer Michael Rüdebusch.
Begonnen hatte der Rockappell im Wildeshauser Ratskeller, wo man sich in gemütlicher Runde traf. Anschließend ging es unter dem Trommelklang des Tambourkorps durch die Westerstraße und Heiligenstraße zum Marktplatz. Dort umrundete der Tross dreimal dem Marktbrunnen, bevor Hauptmann Detlev Hohn interessantes aus der Geschichte der Stadt berichtete. „Im Zentrum unserer alt ehrwürdigen Stadt treffen wir auf eine geballte Anzahl von historischen Gebäuden. Als ältestes Gebäude ist hier wohl der Remter aus dem Jahre 950 zu nennen. Gefolgt von der Alexanderkirche mit seiner romanisch - gotischen Architektur aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Jedoch auf dem 3. Platz folgt im fast jungfräulichen, jugendlichen Alter wohl unser Rathaus, vor dem wir hier Aufstellung genommen haben.“
Das Rathaus gleich nach Verleihung der Stadtrechte im Jahr 2170 errichtet. „Es war von jeher eine Hochburg der städtischen Selbstbestimmung“, erzählte Hohn. Ursprünglich wies der Bau einmal zwei Säle aus, wobei der obere wohl schon immer der gleichen Verwendung wie heute diente. Ratsversammlungen und Feierlichkeiten fanden dort schon damals statt. Der untere Saal wurde als Markthalle genutzt und erst sehr viel später als Bürogebäude ausgebaut. Auch Schausteller, Gaukler und andere vorführende Gewerbe fanden den Weg nach Wildeshausen, um vor oder im Rathaus ihre Auftritte abzuhalten. „Es bleibt festzuhalten, dass sich in dieser Hinsicht bis heute kaum etwas geändert hat. Gaukler und Artisten finden hier auch heute noch Aufnahme und Gehör“, betonte Hohn.
Die wichtigste Aufgabe erfülle das Rathaus jedoch in der Zeit zu Pfingsten. Quartiere für Offiziere und Wache, Feierlichkeiten im oberen Rathaussaal, Versammlung zu Himmelfahrt und nicht zuletzt das Schaffermahl. „Ohne diese Veranstaltungen in diesem, unserem altehrwürdigen Rathaus ist ein kulturelles Leben in unserer geliebten Stadt einfach nicht vorstellbar. Wollen wir hoffen, dass dieser Pfeiler kulturellem Brauchtums für immer erhalten bleibt.“

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