Herausforderung für Mensch und Material

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Feuerwehr Wildeshausen trainiert technische Hilfeleistung

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Der Einsatz der Feuerwehren bei schweren Verkehrsunfällen hat etwas von einem Hase-und-Igel-Spiel. Die Autoindustrie macht ihre Fahrzeug immer sicherer, zum Schutz der Insassen. Das aber stellt die Feuerwehren vor immer neue Probleme. Den Stahlverstrebungen machen die Fahrgastzellen auch von außen äußerst Widerstandsfähig. Dort, wo früher eine hydraulische Rettungsschere angesetzt werden konnte, sitzen heute Gurtstraffer oder Airbags, sind die Holme mit Stahl verstärkt.

Auf dem Betriebsgelände der Firma Koopmann trainierte die 1. Gruppe der Feuerwehr Wildeshausen den Einsatz an Unfallfahrzeugen. Foto: msi
Auf dem Betriebsgelände der Firma Koopmann trainierte die 1. Gruppe der Feuerwehr Wildeshausen den Einsatz an Unfallfahrzeugen. Foto: msi

Ein ständiges Trainieren ist deshalb auch für die ehrenamtlichen Feuerwehrleute der Feuerwehr Wildeshausen notwendig. Ihren monatliche Ausbildungsdienst nutzte die 1. Gruppe am Dienstagabend, um auf dem Gelände der Firma Koopmann an der Benzstraße ein Unfallfahrzeug zu zerlegen. Geschäftsführer Cord Naber hatten den Wagen spontan zur Verfügung gestellt.
„Ein besonderes Augenmerk gilt heute dem Bereitstellungsplatz, auf dem wir während des Einsatzes alle erforderlichen Geräte ablegen“, erklärte der stellvertretende Gruppenführer Daniel Müller.

Um einen sicheren Stand des Autos zu gewährleisten, wurde es auf spezielle Holzblöcke aufgebockt. Als „Wagenheber“ diente der hydraulische Spreizer. Foto: msi
Um einen sicheren Stand des Autos zu gewährleisten, wurde es auf spezielle Holzblöcke aufgebockt. Als „Wagenheber“ diente der hydraulische Spreizer. Foto: msi

12 bis 15 Einsatzkräfte sind für einen Verkehrsunfall erforderlich, je nach Schwere auch mehr. „Direkt am Unfallfahrzeug arbeiten vier Feuerwehrleute“, erläuterte Müller. Beim Übungsdienst kamen vor allem jüngere Kameraden zum Einsatz. Sie sollten sich mit den technischen Geräten vertraut machen.
Zunächst wurden am Auto die Scheiben entfernt. Dann kletterte ein Feuerwehrmann ins Auto und suchte die Treibladungen für die Gurtstraffer. Zeitgleich bockten andere Einsatzkräfte das Auto auf, um einen sicheren Stand zu gewährleisten und die Erschütterungen zu minimieren.

Auch die Scheiben den Autos mussten entfernt werden. Um den Glasstaub nicht einzuatmen trugen die Feuerwehrleuten Schutzmasken. Foto: msi
Auch die Scheiben den Autos mussten entfernt werden. Um den Glasstaub nicht einzuatmen trugen die Feuerwehrleuten Schutzmasken. Foto: msi

Mit hydraulischem Spreizer und Rettungsschere wurden die Türen entfernt und die B-Säule des Fahrzeuges herausgetrennt. „Wir könnten den Patienten jetzt mit einem Spineboard oder Rettungsbrett herausheben“, sagte Müller. Ein Spineboard ist ein Hilfsmittel zur Rettung verunfallter Personen, bei denen eine Verletzung der Wirbelsäule nicht auszuschließen ist
Die Rettung erfolgt immer in Absprache mit dem Notarzt. „Das kann schnell gehen, wenn der Verletzte nur leicht eingeklemmt ist, kann aber auch bis zu einer Stunde dauern.“ Im Vordergrund steht immer die Patientenschonende Rettung. Dabei kann es auch notwendig sein, das komplette Fahrzeugdach zu entfernen. Auch das wurde am Dienstagabend praktiziert.

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