Herrenhandtasche für Biertrinker

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In der Tagesförderung der Diakonie Himmelsthür entstehen Flaschenträger

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Vorsichtig positioniert Werner Gode die kleine Bohrmaschine über den Holzbrett. Den kleinen Bleistiftpunkt, der darauf eingezeichnet ist, muss er genau treffen. Eigentlich keine große Sache, doch Werner Gode ist ein Mensch mit Handicap. In der Tagesförderung der Diakonie Himmelsthür baut er gemeinsam mit Eva-Maria Mikat und Patrick Haffke aus vorgefertigten Holzteilen Träger für Flaschen zusammen. Immer dabei ist Brigitta Hohnholz, Mitarbeiterin in der Tagespflege.
Die Träger entstehen für die Wildeshauser Privatbrauerei von Thomas Bannas. „Während des Jubiläums des Freundeskreises der Diakonie Himmelsthür sind wir mit Thomas Banns in Kontakt gekommen“, erklärt Helga Weller, Bereichsleiterin Tagesförderung zugleich Mitglied im Vorstand des Freundeskreises.

Eva-Maria Mikat, Helga Weller, Thomas Bannas, Patrick Haffke, Werner Gode und Brigitta Hohnholz (von links) begutachten die ersten fertigen Bierträger. Foto: Martin Siemer
Eva-Maria Mikat, Helga Weller, Thomas Bannas, Patrick Haffke, Werner Gode und Brigitta Hohnholz (von links) begutachten die ersten fertigen Bierträger. Foto: Martin Siemer

„Wir hatten im vergangenen Jahr einen Prototypen des Trägers für vier Flaschen entwickelt und da gab es bereits einige Nachfragen. Man nennt die Träger auch Herrenhandtasche“, sagte Thomas Bannas. Er freut sich, das die doch sehr individuellen Bierträger jetzt in der Tagesförderung entstehen. „Die Menschen freuen sich, dass sie etwas herstellen, das tatsächlich einen Nutzen hat.“ Lohndumping hat Bannas dabei nicht im Sinn. „Ich könnte die Träger sicherlich auch in der Tschechoslowakei in großen Stückzahlen herstellen lassen. Aber das war nicht mein Ansatz.“ Deshalb gibt es auch keine Produktionsstückzahlen, die gefertigt werden müssen. „Wir produzieren so, wie wir es schaffen“, sagt Helga Weller. Ihr Mann Horst Weller hat ehrenamtlich eigens Montageschablonen angefertigt, die den Zusammenbau erleichtern. Und Horst Weller schneidet auch das Holz entsprechend zu, dass dann von den Kunden in der Tagespflege geschliffen, vorgebohrt und dann zusammengeschraubt wird. „Wir bekommen die Materialkosten ersetzt und nehmen etwas Geld ein, mit dem wir andere Dinge anschaffen oder mit unseren Kunden etwas unternehmen“, erklärt Helga Weller. Wobei sie mit Kunden die Menschen meint, die in der Tagesförderung beschäftigt werden. In der Regel geschieht dies mit Spielen oder Bastelarbeiten. Doch auch Kamin- und Ofenanzünder sind dort schon entstanden. Die finden allerdings eher im Mitarbeiterkreis der Diakonie ihre Abnehmer. Das Projekt mit den Bierträgern ist das erste, das mit einem externen Partner durchgeführt wird.

Brigitta Hohnholz (links) hat immer ein wachsames Auge, wenn Werner Gode die Löcher in die Holzbrettchen bohrt. Foto: Martin Siemer
Brigitta Hohnholz (links) hat immer ein wachsames Auge, wenn Werner Gode die Löcher in die Holzbrettchen bohrt. Foto: Martin Siemer

„Vielfach werden die als Präsent genutzt. Aber auch zuhause sind sie echt praktisch, wenn man zum Beispiel Bier aus dem Keller holt, hat man immer noch eine Hand frei, um die Tür aufzuschließen oder die Post aus dem Briefkasten zu holen“, nennt Thomas Bannas gleich mehrere Vorzüge der Holzträger.
Erhältlich sind sie vorerst in der Brauerei an der Lohmühle. Und demnächst auch beim Zisch-Getränkemarkt am Westring, wo es seit kurzem auch das Bannas-Bier zu kaufen gibt.

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