Hilfe für die Aale

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Besatzaktion des Landesfischereiverbandes

Wildeshausen. Viele Autofahrer dürften sich gewundert haben, was sich am Sonnabendvormittag auf dem Parkplatz an der B 213 in Nähe der Autobahnanschlussstelle Wildeshausen-Nord abspielte. Ein großer Lkw mit Tanks auf der Ladefläche stand dort, dahinter reihten sich zahlreiche Pkw mit Anhänger auf. Wildeshausen war die erste Station der diesjährigen Aalbesatzaktion des Landesfischereiverbandes Weser-Ems.

"Seit drei Jahren führt der Verband dies Aalbesatz durch“, erklärte Bodo Zandtke, Landesverbandsgewässerwart. Denn der Aal hat dringen Hilfe nötig. „Die Bestände sind drastisch eingebrochen“, berichtete Zandtke. Gründe sind unter anderem Veränderungen in den Ozeanen. Aber auch durch den zunehmenden Küstenschutz fehlen den Aalen die Übergänge zwischen Salz- und Süßwasser.

Aale kommen im Atlantik, in der Saragossasee vor den Bahamas zu Welt. Drei Jahre brauchen die Aallarven, um an die europäischen Küsten zu schwimmen. Dort schwimmen sie die Flüsse hinauf zu ihren Heimatgewässern. Hier wachsen sie zu ihrer vollen Größe heran. Sind sie geschlechtsreif, wandern sie wieder dorthin zurück, wo sie geboren wurden, in die Saragossasee.

 

Da dieser Zyklus durch die Umwelteinwirkungen gestört ist, hilft der Mensch. Zuchtbetriebe wie die Firma ALBE aus Haaren im Emsland haben sich auf Aale spezialisiert. Matthias Litmeyer, Mitarbeiter von ALBE, war am Sonnabend mit einer Tonne junger Aale unterwegs. „Bei einem Gewicht von vier Gramm sind das 250.000 junge Aale“, rechnete Zandtke vor.

An drei Stationen wurde der Aalnachwuchs an Fischereiverein verteilt. In Wildeshausen waren dies unter anderem die Fischereivereine aus Wildeshausen, Colnrade, Wüsting, Hude oder Twistringen. Die Wildeshauser Fischer setzten etwa 18000 Babyaale in ihren Gewässern aus. „Erfahrungsgemäß kommen etwa 80 Prozent durch“, wusste Bodo Zandtke aus Erfahrung. Dadurch können sich insgesamt mehr Aale natürlich fortpflanzen, was sich nachhaltig auf die Population auswirken wird. „Den Erfolg sehen wir aber erst in fünf bis acht Jahren, wenn wieder mehr Jungaale zurückkommen“, sagte Zandtke.

Gefördert wird der Aalbesatz durch das Land Niedersachsen und die EU. Weitere Stationen der Aalbesatzreise waren das Jadegebiet und Bremerhaven.

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