100 Jahre Grund- und Gebäudegeschichte

(Kommentare: 0)

Bürger- und Geschichtsverein übernimmt historische Liegenschaftsbücher

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Ordentlich zu schleppen hatte der Vorstand des Bürger- und Geschichtsvereins (BGV)am Mittwochnachmittag. Vier Regalmeter historischer Liegenschaftsbücher aus über 100 Jahren übergaben Hajo Roßkamp, Dezernatsleiter de Katasteramts Wildeshausen und Willi Zerhusen, Teamleiter und „Archivspezialist“ der Behörde.

Roßkamp gab einen kurzen geschichtlichen Abriss über die Landvermessung. Im Oldenburgerland befasste man sich erstmals 1781 mit diesem Thema, jedoch ohne Erfolg. Erst 50 Jahre später, 1831, gab es einen erneuten Versuch der Landvermessung, der dann erstmals eine Übersicht der Liegenschaften ergab. „Dieser Datenbestand ist auch heute noch in vielen Bereichen die Grundlage der Katasterämter“, sagte Roßkamp. In Wildeshausen erstellte der Großherzogliche Vermessungsconducteur C.L. Hoffmann das erste Liegenschaftsverzeichnis. Hoffmann wohnte in Wildeshausen und baute sich auf einer Anhöhe am Backskamp eine Villa, die noch heute erhalten ist und wieder bewohnt wird.

Hajo Roßkamp (rechts) und Willi Zerhusen (Zweiter von links) übergaben die Liegenschaftsbände an Bernd Oeljeschläger, Ulrike Berg, Eva-Maria Ameskamp und Karl-August Kolhoff vom Bürger- und Geschichtsverein (von links). Foto: msi
Hajo Roßkamp (rechts) und Willi Zerhusen (Zweiter von links) übergaben die Liegenschaftsbände an Bernd Oeljeschläger, Ulrike Berg, Eva-Maria Ameskamp und Karl-August Kolhoff vom Bürger- und Geschichtsverein (von links). Foto: msi

Aus diesen Anfängen entwickelt sich das heutige Katasterwesen. Die Technik hielt auch bei den Behörden Einzug. Heute sind fast allen Datenbestände digitalisiert. Lediglich die sogenannte „Mutterrolle“, die Urkarten und das Flurbuch werden heute noch von den Katasterämtern genutzt. Sie belieben auch im Besitz der Behörde.

Der Bürger- und Geschichtsverein kann sein Archiv jetzt um die Güterwechselprotokolle erweitern. In diesen wurden zunächst alle Besitzwechsel, ob Verkauf, Kauf oder Erbe verzeichnet und dann die in die Flurbücher übertragen. Da in den Verzeichnissen auch die jeweiligen Hausnummer aufgeführt sind, kann der BGV noch detaillierter seine bereits vorhandenen Daten zuordnen.

„Ihr Entscheidung war goldrichtig“, unterstrich Bernd Oeljeschläger, mit Karl-August Kolhoff Vorsitzender des Bürger- und Geschichtsvereins. “Diese historischen Liegenschaftsbücher sind für die Erforschung und Vermittlung der Geschichte Wildeshausens und seiner umliegenden Gemeinden von großem Wert“.

Nach Auskunft von Hajo Roßkamp wären die Unterlagen über kurz oder lang vernichtet worden. Bis 2005 wurden sie bei der damaligen Bezirksregierung archiviert, nach deren Auflösung kamen sie zum heutigen Landesamt für Geoinformation und Landvermessung Niedersachsen (LGLN). Im Zug der Digitalisierung der Daten würde sich das LGLN von den Büchern trennen, erläuterte Roßkamp. Sie sind jetzt beim BGV gut aufgehoben.

Zurück

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Was ist die Summe aus 2 und 9?