Ignoranz - Ein Kommentar von Martin Siemer

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Der 9. November, ein Datum mit Geschichte in Deutschland. Vor 25 Jahre fiel die Mauer, die die beiden Deutschen Staaten trennte. Ein Grund zum Feiern.

Doch mit 9. November ist auch Geschichte verbunden, die weniger feierwürdig ist. Vor 76 Jahren, in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten in Deutschland Synagogen, wurden jüdische Geschäfte demoliert und geplündert. Tausende jüdischer Mitmenschen wurden in Konzentrationslager transportiert.

Dieses erschreckenden Ereignisse gehen in den Jubelfeiern zum Mauerfall vollkommen unter. In den Medien ununterbrochene Sendungen über das „Davor“ und „Danach“, über Schicksale in beiden deutschen Staaten vor der Öffnung der Mauer. Sicherlich, ein Ereignis, das viele Menschen berührte und auch heute noch berührt.

Dennoch darf dabei nicht der dunkle Teil er deutschen Geschichte ausgeblendet werden. Vor allem nicht, wenn Neonazis wieder „Front“ machen gegen Ausländer und Andersgläubige.

Wenn es dann auch noch in Erfurt einen Fackelzug von CDU, AFD und NPD als Erinnerung an die Reichspogromnacht gibt, dass ist das mehr als denkwürdig. Ebenso bemerkenswert ist die Tatsache, dass beim Erinnerungsgang des Arbeitskreises „Für Demokratie und Toleranz“ in Wildeshausen gerade einmal 50 Bürgerinnen und Bürger teilnahmen. Darunter nicht einmal eine Handvoll Abgeordneter des Stadtrates. Eben jene Damen und Herren, die beim Empfang der Stadt anlässlich des Gildefest vollzählig erscheinen. Das aber wiederum ist ja auch kein dunkler Teil der Geschichte.

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