Jugendliche aktiv im Naturschutz

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Schul-AG „Gewässerschutz“ bringt Leben in die „Sandwüste“

Altona (pm). Urig schlängelt sich der Altonaer Mühlbach etwa elf Kilometer durch Wald und Wiesen der Gemeinde Dötlingen. Die Quelle entspringt nordöstlich von Brettorf in der Nähe von Uhlhorn. Natur pur – denkt man auf den ersten Blick. Doch unter der Oberfläche bietet sich an vielen Stellen ein trostloses Bild: eine wahre Sandwüste im Wasser. Kaum Steine, Äste, Unterschlüpfe. Und damit kein guter Lebensraum für Fische, Amphibien und
Kleinstlebewesen.

Beim E-Fischen ging der Schul-AG auch eine große Meerforelle in den Kescher.  Darüber freuten sich auch AG-Leiter Ralf Siemer (Mitte) und Ira Zylka (Dritte von links). Foto: Fischereiverein
Beim E-Fischen ging der Schul-AG auch eine große Meerforelle in den Kescher. Darüber freuten sich auch AG-Leiter Ralf Siemer (Mitte) und Ira Zylka (Dritte von links). Foto: Fischereiverein

Um das zu ändern, war die Schul-AG „Gewässerschutz”, eine Kooperation von Hunte-, Real- und Hauptschule und dem Fischereiverein Wildeshausen, in diesem Schuljahr fleißig am Mühlbach beim Sportplatz in Hockensberg im Einsatz. Die acht Jugendlichen legten Kiesbänke an, pflanzten junge Erlen als Uferbefestigung und platzierten große „Störsteine” und Totholz, um die Strömung gezielt zu brechen und um Kolke auszuspülen.
Und schon ist das Leben an diesen Stellen ins Wasser zurückgekehrt: Die seltenen Neunaugen haben hier im Mai gelaicht; und zwischen den Steinen krabbeln etliche Köcherfliegenlarven und Krebstierchen.
„Die Schüler haben tolle Arbeit geleistet”, lobte Ralf Siemer, der Beauftragte für Umwelt- und Naturschutz im Fischereiverein und Leiter der Schul-AG. Insgesamt 17 Mal waren die Jugendlichen Donnerstagnachmittags mit engagierten Vorstandsmitgliedern vor Ort. Die Jungs nahmen biologische Untersuchungen vor, bestimmten Larven, Pflanzen und Fischchen.
Auch 50 Flusskrebse und 200 Elritzen wurden eingesetzt. Ein Highlight der AG war jetzt zum Abschluss des Schuljahres die Bestandsaufnahme bei einem Elektrofischen. Das fand unterhalb der Altonaer Mühle statt. Dort sind in den vergangenen Jahren etliche Kiesbänke angelegt worden. Was sich auch gleich in der Artenvielfalt und der großen Menge an Fischen dort bemerkbar machte: Die seltenen Mühlkoppen, Stichlinge, Barsche, viele Aale, junge Forellen und Weißfische tummelten sich in diesem renaturierten Bachabschnitt. Auch eine große Meerforelle ging dabei in den Kescher.
Dass die Schul-AG und der Fischereiverein dort und oberhalb in Hockensberg ganze Arbeit leisten, hat auch Volker Knuth vom NLWN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) kürzlich bei einem Vor-Ort-Termin mit Dötlinger Politikern gelobt. Knuth arbeitet aktuell an Plänen für eine Fischaufstiegshilfe bei Gut Altona. Und ohne die "Treppe" könnten alle Renaturierungsbemühungen am Altonaer Mühlbach irgendwann wieder wortwörtlich im Sand verlaufen. Das befürchtetet nicht nur Ralf Siemer.  
Ein wachsames Auge auf die ökologischen Verbesserungen hat deshalb auch Ira Zylka, die Gewässerkoordinatorin der Hunte-Wasseracht. Der Verband sowie der Landkreis Oldenburg haben die Schul-AG auch in diesem Jahr wieder unterstützt. Das Ergebnis kann sich jedenfalls sehen lassen. Deshalb hat Ira Zylka das Projekt der Schul-AG auch für den landesweiten Gewässerwettbewerb ”Bach im Fluss” angemeldet. Mitte Oktober wird „die Bachperle” an die Sieger verliehen.
Ein kleines Dankeschön seitens des Fischereivereins gab es für die fleißigen Jungs jetzt schon: Pizzaessen und Kinogutscheine.
Nächstes Halbjahr wird die Schul-AG „Gewässerschutz” fortgesetzt.

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