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UWG Stadtratsfraktion will Beratungen über Neubauprojekt am Marktplatz absetzen

Von Martin Siemer

Wildeshausen, Noch gibt es vom geplanten Einzelhandelsprojekt am Wildeshauser Marktplatz nur erste vage Skizzen. Und doch ist schon ein heftiger Streit darüber entbrannt, ob am Marktplatz überhaupt neu gebaut werden muss. Oder ob die vorhandene, teilweise historische Bausubstanz nicht erhalten werden muss.

Der Ausschuss für Stadtplanung, Bau und Umwelt (SBU) des Stadtrates soll am Donnerstag unter Punkt 20 der Tagesordnung über das Vorhaben beraten. Die UWG Fraktion hat jedoch beantragt, den Tagesordnungspunkt abzusetzen.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Fremdenverkehr, Sport und Kultur (SFSK) hatte die Beratungen in den SBU verwiesen.

„Vorgabe für Vorgabe an die das Projekt vorstellenden Architekten war dabei, dass bis zur Sitzung des SBU konkrete Entwürfe für das geplante Gebäude, insbesondere auch detaillierte Ansichtszeichnungen der Fassaden, vorgelegt werden. Derartige weitergehende Entwürfe und Zeichnungen liegen bis zum heutigen Tage nicht vor, so dass eine Entscheidung über das Projekt nicht getroffen werden kann“, schreibt der UWG-Fraktionsvorsitzende Rainer Kolloge in seinem Antrag an Bürgermeister Jens Kuraschinski.

Das vom Investor beauftragte Planungsbüro „9º“ aus Oldenburg hatte am 12. November im SFSK erste Entwürfe für das Einzelhandelsprojekt vorgestellt. Dabei handelte es sich vorerst nur um Skizzen, die einen groben Eindruck vom möglichen Aussehen des Gebäudes vermittelten.

„Die Stichzeichnung blieb dabei qualitativ noch hinter der in einer vorherigen Ausschusssitzung vorgelegten Zeichnung zurück und ermöglicht nicht einmal ansatzweise eine Beurteilung der optischen Gestaltung des geplanten Baukörpers und der Auswirkungen, die das Gebäude auf die Ansicht des Marktplatzes hat“, bemängelt Kolloge.

Auch gebe die vorgelegte „Bebauungsstudie“ keinen näheren Aufschluss über das Projekt. Sie enthält lediglich Referenzobjekte des Planungsbüros, Fotos des früheren (historischen) und des heutigen Bauzustandes sowie Grundrisse eines möglichen Projekts.

„Der Marktplatz ist der zentrale Platz in Wildeshausen, er ist Austragungsort zahlreicher Veranstaltungen und das Aushängeschild unserer historischen Stadt. Über die Frage, ob die Realisierung eines Einzelhandelsprojektes am Marktplatz von den städtischen Gremien unterstützt wird, kann vor diesem Hintergrund nicht „blind“, also ohne Kenntnis der konkreten Planungen und der Ausgestaltung des Projektes, insbesondere auch der Fassadengestaltung des Gebäudes entschieden werden“, schreibt Kolloge.

Er verweist auch auf die Aktion Wildeshauser Bürgerinnen und Bürger, die innerhalb kurzer Zeit mehr als 700 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt hatten.

Kolloge und seine Fraktionskollegen halten eine Entscheidung über das Einzelhandelsprojekt zum jetzigen Zeitpunkt für nicht möglich. „Eine verantwortliche Stadtpolitik eine ergebnisoffene Diskussion in der Stadt, wenn hinreichende Pläne des Investors vorliegen.“

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