Keine alte Dame

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Realschule feiert 100. Geburtstag

Wildeshausen. Nein, sie ist wahrlich keine alte, betagte Dame, die Realschule Wildeshausen. Auch wenn sie in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden ist, die zehn Dekaden merkt man ihr nicht an. Im Gegensatz, zur Jubiläumswochen präsentierte sich die Schule, ihre Schülerinnen und Schüler und auch die Lehrer als quicklebendige Bildungseinrichtung. Das unterstrich Schulleiter Jan Pössel bei der Begrüßung von zahlreichen geladenen Gästen während des Festaktes zum Jubiläum am Sonnabendvormittag.

Die Schar der Gratulanten wurde angeführt von Bürgermeister Dr. Kian Shahidi und der Bundestagsabgeordneten Astrid Grotelüschen. Shahidi unterstrich in seiner Rede, wie wichtig es sei, das jungen Menschen Tugenden wie Rücksichtnahme, Respekt, Anstrengungsbereitschaft oder auch Durchhaltevermögen vermittelt werde. Gerade in einer Zeit, in der in den Medien immer wieder propagiert werde, dass man auch ohne Leistung Erfolg haben kann. „Wenn die Körbchengröße den Ausschlag gibt, ob man auf die Titelseite kommt, gerade dann sind heute gesicherte Werte mehr den je notwendig“, sagte Shahidi.

Karl-Heinz Book, Regierungsschuldirektor der Landesschulbehörde, sah in der Realschule geradezu einen Leuchtturm. Nicht nur, weil sie täglichen Wissen vermittle, sonder weil sie den Lern- und Entwicklungsraum gestaltet. Die Realschule Wildeshausen sei in Niedersachsen ein Unikat. Mit ihren fast 800 Schülerinnen und Schülern gehöre sie zu den größten Realschulen im Land und als eigenständige Realschule sei sie die letzte im Landkreis Oldenburg.

Die Grüße der Gemeinde Dötlingen überbrachte die stellvertretende Bürgermeisterin Anke Spille. Sie konnte sich noch selbst an ihre Schulzeit in der Realschule Wildeshausen erinnern. „Damals, in den beengten Räumen unterm Dach am Marschweg“, blickte sie zurück.

Schulleiter Jan Pössel flocht in seine Jubiläumsansprache durchaus kritische Untertöne ein. Mit Blick auf die immer wieder neuen Schulreformen zitierte er den neuseeländischen Pädagogen John Hattie: „Das was wirklich zählt, ist das, was im Klassenzimmer passiert.“ Die Politik müsse aufhören, sich darum zu kümmern, welches Schild, über der Klassentür hängt, ganz egal ob Gymnasium Oberstufe oder Gesamtschule. „Ich bin froh, das in Wildeshausen nicht die sehr gut funktionierende Schullandschaft im Sekundarbereich in Frag gestellt oder mit ihr experimentiert wird.“ Die Erfolge der Realschule der vergangenen zehn Jahre seien auch dieser Kontinuität zu verdanken. „Und die Erfolge unserer Schule sind verknüpft mit der sehr guten Arbeit an der Hauptschule Wildeshausen“, unterstrich Pössel.

Zu Beginn des Festaktes hatte eine Multimediaschau den Gästen die Erfolge der Schule des vergangenen Jahres vor Augen geführt. Gleich mehrere Auszeichnungen für Lehrer und Projekte gingen an die Schule.

Die Grußworte der Gratulanten wurden eingerahmt durch musikalische Darbietungen von Schülerinnen und Schülern der Schule. Dabei ragte Tamara Winkler heraus, die nahezu perfekt das Stück „Comptine d'un autre éte: l'aprés-mid“ auf dem Flügel intonierte, ohne jemals eine einzige Klavierunterrichtsstunde genommen zu haben. „Tamara ist eine vollkommene Autodidaktin“, sagte Pössel.

Gemeinsam mit Bürgermeister Shahidi eröffnete Pössel im Anschluss den neugestalteten Freizeitplatz der Schule mit zahlreichen neuen Spielgeräten. Sie werde jetzt in den Sommerferien noch vom TÜV abgenommen. Nach der Feierstunde stand die gesamte Schule den geladenen Gästen, Eltern, Familienangehörigen und Besuchern beim großen Schulfest offen. In allen Klassen gab es Informationen und Mitmachaktionen.

Der morgigen Sonntag steht ganz im Zeichen des Ehemaligentreffens. Und am Dienstag geht die gesamte Schule auf große Fahrt. Mit über 600 Schülerinnen und Schülern und den Lehrerinnen und Lehrern geht es in die Autostadt nach Wolfsburg.

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