Keine Weisheit letzter Schluss

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Wildeshauser Schulausschuss berät über Raumnot an Grundschulen

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Die Raumnot an den Grundschulen ist beileibe nicht neu. Jahr für Jahr übertrifft die Zahl der Schulanfänger die Zahlen der Prognosen der Verwaltung. Jetzt endlich will die Politik handeln, um die eklatante Raumnot zu beseitigen. Gestritten wird allerdings über das Wie. Der Ausschuss für Schulangelegenheit den Stadtrats sprach sich am Donnerstagabend dann doch noch einstimmig dafür aus, zunächst die Arbeitsergebnisse eines eigens beauftragten Fachplaners abzuwarten. Dieser soll klären, wie die Raumnot an den Grundschulen kurzfristig und perspektivisch beseitigt werden kann. Als Faktoren zählen unter anderem die aktuelle Schülerentwicklung, die Bedarfe der schulischen Inklusion, mögliche Veränderungen der Schuleinzugsbezirke, die Möglichkeit der Rückübertragung der Liegenschaft Hunteschule, weitere standortrelevante Aspekte wie die verkehrliche Situation, Ganztagsangebote oder auch der Neubau einer Schule. Diese sollen Ende April vorliegen und dann umgehend im Arbeitskreis Schulen und im Ausschuss vorgestellt und beraten werden.
Zunächst sah es jedoch nicht so aus, als ob der Ausschuss sich am Donnerstag überhaupt mit dem Thema befassen würden. Denn der Ausschussvorsitzende Hermann Hitz (UWG) wollte den von der Gruppe Bündis90/Grüne – Piraten Partei eingebrachten Antrag von der Tagesordnung absetzen und erst im Mai beraten lassen, wenn die Prüfergebnisse vorliegen. Das wiederum erboste Manfred Rebensburg (Bündnis90/Grüne) derart, dass er drohte, die Sitzung zu verlassen, falls der Tagesordnungspunkt abgesetzt werde. „Das hat es noch nie gegeben, dass ein Antrag, der fristgerecht eingegangen ist, abgesetzt wurde. Die ganzen Zuschauer sind eigens deshalb gekommen;“ schimpfte Rebensburg. Er hielt eine zügige Beratung für dringend notwendig. Ende Mai tagt der Schulausschuss des Landkreises und berät über die mögliche Rückübertragung der Hunteschule an die Stadt Wildeshausen. Derzeit ist in der Hunteschule die Förderschule Lernen zuhause. Dieses Schulangebot läuft jedoch in wenigen Jahre im Zuge der Inklusion aus. Die Schule wäre dann frei.
Sollte der Landkreis die Hunteschule an die Stadt zurückübertragen, könnte die St.-Peter-Schule von ihrem jetzigen Standort dorthin wechseln. Dadurch hätte die Holbeinschule, die ebenfalls an der St-Peter-Straße untergebracht ist, mehr Platz, so dass dort auch Kinder aus der Wallschule beschult werden könnten. Schulleitung, Lehrerkollegium und Eltern der St.-Peter-Schule lehnen einen Umzug jedoch einmütig ab. Sie halten die Hunteschule für ungeeignet, weil das Raumangebot dort nicht den aktuellen pädagogischen Anforderungen entspreche.
Auch Stefan Brors (CDU) hielt von einer Umsiedlung überhaupt nichts. „Ich möchte dieses Thema Zwangsumzug gar nicht mehr hören“ ,sagte Brors. Für ihn bietet die Hunteschule nicht den erforderlichen Mindestraumstandard. „Ich gibt keine Barrierfreiheit, die Toiletten sind nur über den Hof zu erreichen“, listete er einige Kritikpunkte auf. Auch fehlten Gruppen- oder Fachräume.
Auch Thomas Johannes (UWG) sah nicht, dass die St.-Peter-Schule in die Hunteschule an die Heemstraße zieht. „Wir haben damals die Wallschule wegen der Verkehrssituation von der Heemstraße verlegt. Und an der Situation hat sich bis heute nichts geändert.“
Allerdings hielt er die Diskussion im Ausschuss für völlig unnötig. „Hier wird das Bärenfell schon zerteilt, bevor der Bär erlegt ist“, sagte er mit Blick auf den Planungsauftrag.
In der zweiten Einwohnerfragestunde wollte Christin Rollié . Elternvertreterin der St.-Peter-Schule wissen, ob dem Planer für seiner Arbeiten ein Budget auferlegt wurde. Ob also für die Lösung des Raumproblems eine maximale Summe vorgeben worden sei. Das verneinte Hans Ufferfilge, Leiter des Fachbereichs Zentrale Dienste, Bildung und Sport der Stadtverwaltung. Der Prüfauftrag erfolge ergebnisoffen.

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