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Schulelternrat der St.-Peter-Schule kämpft für den Schulstandort

Der Schulelternrat der St.-Peter-Schule wehrt sich dagegen, dass Schülerinnen und Schüler als Verschiebemasse gesehen werden. Foto: Martin Siemer
Der Schulelternrat der St.-Peter-Schule wehrt sich dagegen, dass Schülerinnen und Schüler als Verschiebemasse gesehen werden. Foto: Martin Siemer

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Schüler als beliebig verschiebbare Masse, das Gefühl haben Christin Rollié und Stephanie Brahms vom Elternrat der St.-Peter-Schule. Bei der Diskussion um die anhaltenden Raumknappheit an den Wildeshauser Grundschulen wird der Umzug der St.-Peter-Schule in die Hunteschule als das Allheilmittel gesehen. Für Rollié und Brahms in wenig nachvollziehbares Ansinnen. „Auch wenn unsere Schule zweizügig Ware, die Hunteschule ist definitiv zu klein“, betont Stephanie Brahms. Schon in diesem Schuljahr sei die St.-Peter-Schule zu 50 Prozent dreizügig gewesen. Im kommenden Schuljahr noch zu einem Viertel.
Umso weniger erbaut waren beide Elternvertreterinnen jetzt von einem Schreiben von Schulleitung und Elternvertretung Holbeinschule. Darin werden vor allem die Vorteile eines Umzugs der St.-Peter-Schule aufgelistet. So führt die Holbeinschule für ihren Verbleib an der St.-Peter-Straße an, dass sie als einzige Wildeshauser Grundschule von bis zu 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler zu Fuß erreicht werden kann. Auch lehnt die Holbeinschule ein von Brigitte Schmidt, Schulleiterin der St.-Peter-Schule, erarbeitetes Konzept als „absolut nicht ausreichend“ ab. Schmidt hatte vorgeschlagen, für die Holbeinschule zwei zusätzliche Räume zu schaffen.
„Das Geld, dass die Stadt in die Hunteschule investieren müsste, könnte sie besser an der St.-Peter-Straße einsetzen“, meint Brahms. Allerdings hält sie auch, angesichts der Raumforderungen der Holbeinschule, einen Neubau für die Holbeinschule für sinnvoller. „Zumal die Schuleinzugsbezirke ohnehin geändert werden müssen, damit die Wallschule entlastet wird.“

Es ist ein offenen Geheimnis, dass sowohl CDU- als auch SPD-Ratsfraktion gegen einen Neubau sind. Dieser könnte in der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme (StEM) entstehen. Dort ist bereits eine Gemeinbedarfsfläche vorgesehen, auf der neben einer Schule auch ein weiterer Kindergarten gebaut werden könnte. Bei der Planung der StEM ist ein solches Vorgehen bereits vorgesehen gewesen. Bei der Finanzierung der StEM sind Teilerlöse aus den Grundstücksverkäufen für einen Schulneubau, einen Kindergarten, die Entlastungsstraße für den Westring (5,3 Millionen Euro) und die Erdverkabelung der vorhandenen Hochspannungsleitung (2,2 Millionen Euro) vorgesehen gewesen. „Die Stadt Wildeshausen muss die bauliche Entwicklung im Untersuchungsgebiet beobachten und bedarfsorientiert über einen Schulneubau entscheiden.“ heißt es in der Begründung der StEM. Nach einem Verwaltungsgerichtsurteil aufgrund einer Normenkontrollklage müsste ein Schulneubau allerdings nicht innerhalb der StEM entstehen. Da sich Wildeshausen nach Westen entwickelt, wäre ein Neubau in diesem Bereich jedoch sinnvoll, um unnötige Schülerverkehre und Mama-Taxi-Fahrten zu vermeiden. Nach Neuordnung der Schuleinzugbereiche könnte dann die Holbeinschule dort ihren neuen Standort haben. Die katholische St.-Peter-Schule hätte für ihre Schülerinnen und Schüler, die aus dem gesamten Stadtgebiet kommen, eine zentrale Lage.

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