Kleines Jubiläum gefeiert

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Erstes Angebot der Diakonie Himmelsthür mitten in Wildeshausen besteht fünf Jahre

Wildeshausen (pm). Der Grill im Innenhof ist an. Auf dem Büfett im ehemaligen Frühstücksraum des Hotels am Markt stehen selbst gemachte Salate, Dips und Ketchup. Die Kuchen haben Beschäftigte der Tagesförderung der Diakonie Himmelsthür gebacken. In der Kleinen Straße in der Innenstadt Wildeshausens feiern am Sonnabendnachmittag rund 50 Menschen fröhlich miteinander. Das Haus mit 18 Bewohnerinnen und Bewohnern besteht fünf Jahre. „Ihr bringt Leben in dieses Haus“, sagt Wohnbereichsleiterin Kim Kristin Janßen und überreicht Urkunden an die Bewohner der ersten Stunde. Aber auch die drei- und einjährigen Bewohner erhalten eine Urkunde und freuen sich. „Ich bin zufrieden hier. Ich fühle mich hier geborgen“, sagt der Rentner Dieter Löschen.

Bewohnerinnen und Bewohner, Mitarbeitende, Nachbarn, Freunde und Verwandte feierten am Sonnabend das kleine Jubiläum in der Kleine Straße. Foto: Barbara Wündisch-Konz
Bewohnerinnen und Bewohner, Mitarbeitende, Nachbarn, Freunde und Verwandte feierten am Sonnabend das kleine Jubiläum in der Kleine Straße. Foto: Barbara Wündisch-Konz

Mitarbeitende, darunter auch Ehemalige, Verwandte, Freunde, Ehrenamtliche und Nachbarn sind gekommen. Ihnen allen dankt Janßen für ihre Unterstützung. Der Vermieter ist verhindert, lässt aber herzliche Grüße ausrichten. Sein Geschenk an die Bewohner und Mitarbeiterinnen: ein großzügiger Gutschein für den Besuch in einem Eissalon. „Geil!“, ruft jemand. Jubel und Applaus bei allen.

Das Haus in der Kleinen Straße 4 entstand Anfang 2011 als erstes dezentrales Wohnangebot der Diakonie Himmelsthür. Wer hier lebt, kann relativ selbstständig für sich sorgen, kauft selbst ein und lebt in einer Wohngemeinschaft mit gemeinsamer Küche. Wer Hilfe braucht, erreicht tagsüber bis 22 Uhr immer jemanden im Büro. Das Team in der Kleinen Straße besteht aus der Leitung und acht Mitarbeitenden, dazu kommen ein Praktikant der Schule für Heilerziehungspflege und ein FSJler (Freiwilliges Soziales Jahr) ab September. Nachts gibt es eine Rufbereitschaft.

Das Wohnen inmitten der Altstadt von Wildeshausen ist attraktiv. Marion Ellerbrock mag die Nähe zu den Geschäften: „Dort kann ich alleine einkaufen.“ Sie mag auch die gemeinsamen Unternehmungen wie Ausflüge oder eine Urlaubsfahrt nach Rügen. Die meisten Bewohner gehen in einer gemeinnützigen Werkstatt arbeiten. Die Nachbarschaft sei gut, sagt Marion Ellerbrock: „Wir verstehen uns gut. Zwischendrin beschweren sie sich, wenn wir zu laut auf der Terrasse sind, aber sonst ist alles okay.“ Dies habe sich aber erheblich verbessert, betonte Nachbarin Wiebke Lenzschau von „Schnittker am Markt“ neulich im Newsletter der Diakonie Himmelsthür. Gegenseitige Rücksichtnahme und Verständnis seien überall wichtig.

Das neue Wohnangebot in der Innenstadt ist im Rahmen des Auflösungsprozesses der großen Anlage der Diakonie Himmelsthür an der Dr.-Klingenberg-Straße zu sehen. Nach und nach entstehen immer mehr moderne Wohnangebote an unterschiedlichen Orten. So gibt es auch in der Glaner und der Harpstedter Straße in Wildeshausen Wohnhäuser. Auch nach Sandkrug und Delmenhorst sind schon Menschen umgezogen. Das macht zusammen 100 dezentrale Wohnangebote. Zusätzlich werden Menschen ambulant mit einigen Stunden Assistenzleistung in der Woche betreut.
Sechs Bewohner der Kleinen Straße engagieren sich einmal wöchentlich ehrenamtlich in der Bewohnervertretung der gesamten Diakonie Himmelsthür. Marion Ellerbrock ist die Vorsitzende. So halten die, die bereits ausgezogen sind, den Kontakt zu den 270 Menschen, die noch auf dem Zentralgelände an der Dr.-Klingenberg-Straße leben. Viele kennen sich seit vielen Jahren.

Vor einem Einzug gebe es immer ein so genanntes „Probewohnen“ von 14 Tagen, erläutert Kim Kristin Janßen. So könnten sich die Mitarbeitenden ein Bild machen, ob jemand in die Hausgemeinschaft passe oder nicht. Auch die Bewohnerinnen und Bewohner dürften sich äußern. Aktuell ist ein Zimmer frei. Es ist nicht barrierefrei, daher nicht für Rollstuhlfahrer geeignet. Anfragen sind an das Kundenmanagement der Diakonie Himmelsthür, Telefon  04431 / 83-678, zu stellen.

Die Reden sind gehalten, das Pressefoto ist im Kasten. Marion Ellerbrock schließt ihre Rede: „Viel Spaß – und jetzt könnt ihr essen.“

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