Kostspielige Silvesterfeier

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23-Jähriger muss Geldstrafe und Schmerzensgeld zahlen

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Der Jahreswechsel 2015/2016 dürfte einem 23-Jährigen aus Wildeshausen noch lange in Erinnerung bleiben. Am Dienstagmorgen verurteilte ihn die Strafrichterin am Amtsgericht Wildeshausen wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 1.200 Euro. Außerdem hat sich der Angeklagte mit dem Opfer auf ein Schmerzensgeld von 1500 Euro geeinigt, zudem trägt er 500 Euro von dessen Anwaltskosten. Seine eigenen Anwaltskosten und die Gerichtskosten kommen noch obendrauf.
Die Staatsanwaltschaft warf dem 23-Jährigen vor, am 1. Januar 2016 in einer Gaststätte in der Bahnhofsstraße grundlos einen anderen Gast zunächst mit einem Faustschlag traktiert zu haben. Vor dem Lokal soll er dann dem gleichen Gast ein Bierglas auf dem Kopf geschlagen und ihm einen weiteren Faustschlag ans Kinn versetzt zu haben.
Der 23-Jährige selbst hatte aufgrund reichlichem Alkoholkonsums keinerlei Erinnerung. Sein Anwalt führte aus, dass sein Mandat aufgrund einer Erkrankung zuvor mehrere Monate keinen Alkohol konsumiert hatte und erst in der Silvesternacht wieder etwas getrunken hatte. Eine späterer Untersuchung im Krankenhaus ergab einen Blutalkoholwert von 1,62 Promille.

Kostspielige Silvesterfeier  - 23-Jähriger muss Geldstrafe und Schmerzensgeld zahlen. Verfahren vor dem Amtsgericht Wildeshausen
Mit einer Geldstrafe und einer Schmerzensgeldzahlung endete das Verfahren für den 23-Jährigen Wildeshauser vor dem Amtsgericht.

Der Angeklagte zeigte sich vor Gericht jedoch geständig und auch reumütig. In einer Sitzungsunterbrechung entschuldigte er sich beim Opfer, das als Zeuge geladen war. Der 32-Jährige Neerstedter sagte aus, dass er mit einem Freund in der Gaststätte war. Als ihm zu warm wurde, wollte er seine Jacke auf den Thekenüberbau leben .“Die fiel dann runter. Vielleicht hat sie den Angeklagten gestreift. Als ich mich bückte, um die Jacke aufzuheben bekam ich plötzlich einen Schlag mit der Faust aufs Ohr. Ich rief die Security, wurde dann aber auch aus dem Lokal gewiesen.“ Vor der Tür hätte es dann vermutlich eine kurze verbale Auseinandersetzung gegeben. Als er sich wegdrehte um zu gehen, hätte ihm der Angeklagte das Glas auf den Kopf geschlagen. Der Zeuge ging kurz zu Boden und als er wieder aufstand, erhielt er einen Faustschlag vom Angeklagten. In allen drei Fällen konnte er diesen einwandfrei identifizieren. Der Neerstedter erlitt eine Platzwunde am Kopf, eine weitere an der Lippe und litt durch den Faustschlag aufs Ohr mehrere Tage unter einem Taubheitsgefühl.
Das sich der Angeklagte und das Opfer außergerichtlich auf ein Schmerzensgeld geeinigt hatten, werteten Richterin und Staatsanwältin zugunsten des Angeklagten. Das Strafmaß lag dann auch im unteren Bereich der Möglichkeiten. Die Staatsanwältin forderte für die einfache Körperverletzung in der Gaststätte und die gefährliche Körperverletzung davor insgesamt eine Geldstraße von 100 Tagessätzen zu je 15 Euro.
Der Verteidiger des Angeklagte stellte selbst keinen Antrag. Er erinnerte nur daran, der sein Mandat bereits durch die Schmerzensgeldzahlung erheblich finanziell belastet sei.
Mit ihrem Urteil blieb die Richterin unter diesem Antrag. Sie verhängte eine Geldstraße über 60 Tagessätze zu je 20 Euro.
„Ich hoffe, dass sich sich beide, wenn sie sich in der Stadt treffen, zumindest 'Moin' sagen können“; beendete die Richterin das Verfahren.

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