Mammutprojekt beginnt

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Förderverein möchte Orgel der Alexanderkirche neu bauen

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Etwas lax ausgedrückt pfeift die Kleuker-Orgel der Alexanderkirche aus dem letzten Loch. Das Kircheninstrument aus dem Jahr 1970 ist marode. Deshalb soll die Kirche eine neue Orgel erhalten. Am Montagabend gründete sich in der Alexanderkirche ein Orgelförderverein, dessen einziger Zweck die Finanzierung dieses Neubaus und die Freilegung der Rosette ist, die im Westwerk unterhalb des Kirchturm durch die Kleuker-Orgel verdeckt wird.
72 Gründungsmitglieder unterzeichneten die Satzung. Zum ersten Vorsitzenden wurde einstimmige Wildeshausens Bürgermeister Jens Kuraschinski gewählt. Sein Stellvertreter ist Frank Ostertag, Vorstandsmitglied der Volksbank Wildeshauser Geest. Als Schatzmeister fungiert Ralf Müller. Ute Schoffers übernimmt das Amt der Schriftführerin. Als Beisitzer gehören Franz Duin, Pastor Markus Löwe, Kantor Ralf Grössler, der Journalist Michael Hiller und Gerlinde Plate als Beisitzer an.

Der Vorstand des neugegründeten Orgelfördervereins Wildeshausen kann jetzt mit der Arbeit beginnen. Foto: msi
Pastor Lars Löwensen (Zweiter von links), der als Wahlleiter fungierte, präsentierte den ersten Vorstand des Orgelfördervereins: Jens Kuraschinski, Gerlinde Plate, Frank Ostertag, Ute Schoffers, Ralf Grössler, Ralf Müller, Franz Duin und Pastor Markus Löw

825.000 Euro wird der Neubau der Orgel kosten, die von dem renommierten Orgelbauer Gerald Woehl aus Marburg geschaffen wird. 630.000 Euro dieser Summe muss der neugegründete Förderverein noch zusammentragen. Dies soll mit vielfältigen Aktionen, über Sponsoren, Spender oder Stiftungen erfolgen.
Schuld am desolaten Zustand der vorhandenen Kleuker-Orgel sind die seinerzeit verwendeten und als Stand der Technik geltenden Kunststoffe, die mittlerweile spröde und porös sind und die Luft nicht mehr ordentlich zu den Pfeifen leiten. Auch andere technische Details sind defekt oder abgängig. Die Sanierung der Orgel würde deutlich mehr als 400.000 Euro kosten.

Während Natalia Gvozdkova auf der Kleuker-Orgel spielte, konnten sich die Teilnehmer der Gründungsversammlung einen Eindruck von den technischen und musikalischen Schwächen des des Instruments machen. Foto: msi
Während Natalia Gvozdkova auf der Kleuker-Orgel spielte, konnten sich die Teilnehmer der Gründungsversammlung einen Eindruck von den technischen und musikalischen Schwächen des des Instruments machen. Foto: msi

Kantor Ralf Grössler erläuterte die vielen Probleme, die die Orgel in der Kirchenmusik bereitet. Natalia Gvozdkova, Orgelsachverständige der Oldenburgischen Landeskirche, zeigte die Fehler und Unzulänglichkeiten anhand mehrerer musikalischer Beispiele auf.
„Die Kunststoffe wurden damals aus Gründen der Tropensicherheit der Orgel verwendet“, sagte Grössler leicht ironisch. Schon jetzt könne die Kleuker-Orgel nicht mehr für große Konzert genutzt werden, weil immer die Gefahr besteht, dass das Instrument ausfällt. Auch sei das Instrument für die Alexanderkirche nicht geeignet. „Die vielen Nischen im Kirchenschiff sind nur durch tiefe Töne zu erreichen. Die Orgel ist aber sehr hochtönig registriert“, erklärte Grössler. Dadurch klingen die Orgeltöne nicht im gesamten Kirchenschiff gleich und sind auch nicht gleich laut.

Einstimmig votierten die Gründungsmitglieder für die Vereinsgründung und die vorgestellte Satzung. Foto: msi
Einstimmig votierten die Gründungsmitglieder für die Vereinsgründung und die vorgestellte Satzung. Foto: msi

Auch wenn die Summe für den Neubau der Orgel in der Alexanderkirche immens hoch ist, Vorstand und Mitglieder des Orgelfördervereins sind sich sicher, dass sie das Projekt realisieren werden. Und dass die Alexanderkirche eines Tages wieder mit hochklassiger Orgelmusik erfüllt wird. Die Gründungsveranstaltung war ein erster Schritt dazu.

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