Mittelständisches Hilfeunternehmen

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Wildeshauser Tafel versorgt wöchentlich über 700 Menschen

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Peter Krönung, Vorsitzender der Wildeshauser Tafel, sitzt im Aufenthaltsraum in der Ausgabestelle Wildeshausen. Aus dem Nebenraum dringt der Lärm einer Handkreissäge herüber, das Klopfen von Hämmern ist zu hören. „Einige unsere Ehrenamtlichen bauen neue Regale auf“, sagt Krönung. Bei der Tafel gibt es immer etwas zu tun. Nicht nur, dass täglich Lebensmittel von Einzelhändlern, Discountern, Supermärkten, Bäckereien und der Lebensmittelindustrie abgeholt werden. Die Waren müssen einlagert und am Ausgabetag vorbereitet werden. Die Versorgung bezeichnet Krönung als gut, auch wenn er seit einiger Zeit einen kleinen Rückgang der Lieferungen au der Industrie verzeichnet. „Ich vermute, dass dort inzwischen bedarfsgerechter produziert wird.“ Dennoch gibt die Wildeshauser Tafel auch Lebensmittel an andere Tafel ab und erhält von dort im Gegenzug andere Waren.

In den Lagerräumen der Tafel kontrolliert Peter Krönung die eingelagerten Waren. Foto: msi
In den Lagerräumen der Tafel kontrolliert Peter Krönung die eingelagerten Waren. Foto: msi

Immer donnerstags öffnet die Tafel in Wildeshausen ihren Türen für die Menschen, die auf diese Unterstützung angewiesen sind. Die Ausgabestelle in Ahlhorn, die es seit April 2013 gibt, öffnet immer Freitagvormittag. Bis zu 150 Haushalte werden in Wildeshausen wöchentlich mit Lebensmitteln versorgt. In Ahlhorn sind es etwa 80 Haushalte, die in jeder Woche die Hilfe der Tafel in Anspruch nehmen. „Insgesamt versorgen wir jede Woche über 700 Menschen“, rechnet Peter Krönung hoch.
Diese Zahl könnte künftig noch steigen. Nicht nur aufgrund des anhaltenden Zustroms von Flüchtlingen aus den Krisengebieten in Syrien und im Irak. Seit Beginn des Jahres hat die Tafel die Einkommensgrenzen für die Bedürftigen angehoben. Künftig gilt eine Einkommensgrenze von 936 Euro. Wer als Einzelperson weniger verdient oder an Rente bekommt, das kann sich bei der Tafel registrieren lassen. Voraussetzung ist eine entsprechende Bescheinigung des Sozialamtes oder der Rentenbescheid. „Wir haben diese Grenze um 80 Euro auf 936 Euro angehoben, weil wir noch mehr helfen wollen“, erklärt Krönung. Bei der Festsetzung des Betrages hat sich die Tafel am Armutsbericht der Bundesregierung orientiert. Krönung rechnet jetzt mit einem Zuwachs an Kunden von etwa zehn Prozent. Er nimmt allerdings auch wahr, dass wenige Senioren die Hilfe der Tafel in Anspruch nehmen. Obwohl es viele Rentner geben dürfte, deren Rente unter der Einkommensgrenze liegt. „Sie kommen aber vermutlich aus falsch verstandener Scham nicht zu uns“, bedauert Krönung.
Die Kunden aus Ahlhorn müssen sich dabei demnächst auf eine Änderung einstellen. Ende April zieht die Ausgabestelle vom Dorfgemeinschaftshaus ins alte Feuerwehrhaus an der Visbeker Straße um. „Wir sind dort auf einen sehr großzügigen Vermieter getroffen, der uns in allen Belangen entgegenkommt“, freut sich Krönung. Die erste Ausgabe am neuen Ort findet am Donnerstag, 30 April von 15 bis 18 Uhr statt. „Wegen des Maifeiertages müssen wir auf den Tag vorher ausweichen“, erklärt der Tafelvorsitzende.
Die Arbeit der Tafel funktioniert nur durch den unermüdliche Einsatz zahlreicher ehrenamtlicher Helfer. Sie holen die Waren heran, bereiten diese vor und sind in der Ausgabe tätig. An den Ausgabetagen ist es in den Räumen der Tafel fast wie in einem Supermarkt. Die Kunden sagen was sie benötigen und bekommen die entsprechenden Lebensmittel. „Wir haben damit gute Erfahrungen machte“, sagt Krönung.
Der Einkauf ist nicht kostenlos. Pro Erwachsenem werden 2 Euro erhoben, für jedes Kind ist ein Euro zu entrichten. Eine sechsköpfige Familie mit zwei Erwachsenen und vier Kindern zahlt also sechs Euro für ihren Einkauf.
Genauso wichtig wie die Helfer sind Spender und Sponsoren. Sie sorgen für die finanzielle Basis, die die Tafel für ihre Arbeit benötigt. Die beiden Transporter, mit denen die Waren herangeschafft werden brauchen Treibstoff und müssen in die Werkstatt. Versicherungen, Genehmigungen oder Reparaturen werden mit den Spendengeldern finanziert.
„Im Schnitt haben wir jedes Jahr etwa 20.000 Euro an Spendeneinnahmen. Hinzukommen die Zuschüsse der Stadt Wildeshausen, der Gemeinde Großenkneten und vom Bundesverband der Tafel“, erläutert Krönung. 7600 Euro kamen allein über die Aktion „Hand in Hand“ des NDR aus dem Jahr 2013 zusammen. Damals spendete der Norden für den Norden.
Auch künftig ist die Wildeshauser Tafel, sind alle Tafel in Deutschland, auf die Unterstützung der Menschen angewiesen. Denn nur dann können auch sie weiter helfen.

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