Moderate Töne von Shahidi

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Jahresempfang der Stadt Wildeshausen / Bilanz von Bürgermeister Dr. Kain Shahidi

Wildeshausen. Seine Amtszeit neigt sich dem Ende entgegen. Und so nutzte Bürgermeister Dr. Kian Shahidi den Jahresempfang der Stadt Wildeshausen für eine Rückschau auf seine achtjährige Amtszeit. „Die vergangenen acht Jahre waren bewegte, nicht immer einfache, jedoch alles in allem überaus erfolgreiche Jahre“, resümierte Shahidi vor über 100 geladenen Gästen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, von Vereinen und Organisationen. Ein besonderer Gruß Shahidis galt Prof. Dr. Utz Claassen, dem Ehrengast und Festredner des Abends.

Anders als in bei einigen der vergangenen Jahresempfänge vermied Shahidi es in dieses Jahr jedoch, direkte Kritik an der Politik zu üben. Allerdings appellierte er an den Rat der Stadt, die Wünsche der Mehrzahl der betroffenen Anwohner beim Bebauungsplan 25.5 „Dr.-Klingenberg-Straße“ wirklich ernst zunehmen und keine Entscheidungen gegen die dort lebenden Bürgerinnen und Bürger zu treffen. „Anliegerversammlungen würden meines Erachtens ansonsten ad absurdum geführt“, sagte Shahidi mit Blick auf die Entscheidung des Verwaltungsausschusses vom vergangenen Freitag, beim Bebauungsplan Ausnahmen zuzulassen.

Utz Claassen vermied ebenfalls die Kritik an der großen Politik. Der Topmanager zeigte den Gästen des Empfang vielmehr die vielen Fehler und Unzulänglichkeiten in Politik und Wirtschaft auf, die nachhaltige Folgen nach sich ziehen. „Fast jede Entscheidung der Großen Koalition ist zulasten nachfolgender Generationen getroffen worden“, prognostizierte er. Für die laufende Legislaturperiode in Berlin sah er eine Zeit der Schamlosigkeit voraus. Die Postenschacherei bei Vizebundestagspräsidenten und Staatssekretären sah er als erstes Indiz dafür.

Aus Bequemlichkeit werde oftmals die Wahrheit verschwiegen. So sei die vielfach gepriesene Energiewende bisher nur angekündigt worden. „Das einzige was wir haben, ist ein beschleunigter Atomausstieg“, sagte der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Energieversorgers EnBW.

Auch bei der Eurorettung sah Claassen keine großen Fortschritte. „Der Euro liegt nach wie vor auf der Intensivstation.“ Die enorme Jugendarbeitslosigkeit in Spanien bezeichnete als „Kernschmelze der Perspektiven“ in Anlehnung an die Atomkatastrophe von Fukushima. „Mit dieser Kernschmelze riskieren wir die Eurowährung und auch die Demokratie“, betonte Claassen.

Am Ende seines Vortrags gab der Manager den Gästen einige Empfehlungen mit auf den Weg: „Machen sie sich niemals angreifbar und lassen sie sich niemals brechen“, riet der gebürtige Niedersachse.

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