Neue LED-Leuchten lassen vieles im Dunkeln

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Stadt Wildeshausen tauscht ihre komplette Straßenbeleuchtung aus

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Trotz Corona-Einschränkungen und Wochenende waren am vergangenen Sonnabend Monteure damit beschäftigt, die Straßenleuchten am Kreisverkehr „Vogelstange“ an der Visbeker Straße auszutauschen. Die Handwerker arbeiten im Auftrag der Stadtwerke Bremen (SWB), die mit der Stadt Wildeshausen seit Anfang 2019 einen Beleuchtungsvertrag geschlossen hat. Die SWB kümmern sich seitdem um den Austausch der vorhandenen Beleuchtungskörper im öffentlichen Raum. Die vorhandenen, teilweise Jahrzehnte alten Leuchten werden durch moderne LED-Leuchten ersetzt. Dabei kommen verschiedenen Modelle zum Einsatz. Im Straßenraum sind es schlichte LED-Strahler, die auf hohen Masten montiert sind. In Wohngebieten und den Grünanlagen der Stadt gibt es Modelle, die einer alten Laterne ähneln. Geplant war eigentlich, dass die Arbeiten bereits im ersten Quartal 2019 abgeschlossen sind. Das zumindest hatte die SWB seinerzeit angekündigt.

Eine Fachfirma tauscht derzeit die alten Straßenlatenren gegen moderne LED-Leuchten aus. Foto: Martin Siemer
Eine Fachfirma tauscht derzeit die alten Straßenlatenren gegen moderne LED-Leuchten aus. Foto: Martin Siemer

Die Stadtverwaltung verspricht sich durch den Betreibervertrag mit der SWB einen kostengünstigen Austausch der Leuchten. Ohne Dritthilfe hätte die Stadt die Aufgabe selbst ausführen müssen. Und auch die Wartung der Leuchten und ein technisch bedingter Ersatz nach 12 oder 13 Jahren wäre durch die Stadt zu organisieren gewesen. Bei dem 2019 abgeschlossenen Vertrag über das sogenannte „Energiespar-Contracting“ sieht die Verwaltung gleich mehrere Vorteile für die Stadt.

Die SWB betreibt fortan nicht nur die Beleuchtung, sie liefert für zwei Jahre auch die notwendige Energie. Zudem sorgt der Energieversorger für Wartung und Instandhaltung. Auch der Austausch der LED-Module ist im Vertrag berücksichtigt. Zudem steuert die SWB die Beleuchtungsanlagen und sorgt über eigens für Wildeshausen abgestellte Mitarbeiter für eine kurzfristige Beseitigung von Schäden und Störungen.

Mit dem Vertrag ist die Stadt in der Lage, ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund 4,3 Millionen Euro zu stemmen. Die an die SWB zu zahlenden Vertragsgelder sollen über die Energieeinsparungen nahezu kostenneutral sein. Das hatte Kämmerer Thomas Eilers wiederholt in Sitzungen der Fachausschüsse und des Rates mitgeteilt. Die Verwaltung bezifferte das Einsparpotenzial bei der Straßenbeleuchtung auf nahezu 75 Prozent. Nur noch 40.000 Euro statt zuvor gut 170.000 Euro würden die Stadtkasse belasten.

Trotzdem gibt es nach wie vor Skeptiker unter den Abgeordneten des Stadtrates. Vor allem auch, weil der Vertrag seitens der Stadt wie ein Staatsgeheimnis gehütet wird. Ratsabgeordnete bekommen nur auf Antrag Einsicht in das Vertragswerk. Schon die Abschlussphase war außergewöhnlich. Während die Ausschreibung zu dem Beleuchtungsvertrag noch über den Verwaltungsausschuss (VA) erfolgten, wurde das eigentliche Vertragswerk ohne Einbindung von VA oder Stadtrat geschlossen. Im Stadthaus war man seinerzeit der Ansicht, dass es sich um eine Aufgabe der „laufenden Verwaltung“ handelte. Das sah die Kommunalaufsicht hingegen völlig anders. Aufgrund der Vertragslaufzeit von 20 Jahren und dem geplanten Investitionsanteil handele es sich um ein kreditähnliches Geschäft und falle damit in die Zuständigkeit des Rates. Letztlich akzeptierte die Verwaltung die Ansicht der Kommunalaufsicht. An der Wirksamkeit des Vertrages änderte das allerdings nicht, das dieser zum diesem Zeitpunkt bereits längere Zeit lief.

Auch Vertragsinhalte, soweit sie bekannt waren, sorgten für Irritationen bei den Abgeordneten. So wurde seitens der Verwaltung lange Zeit von rund 2.300 Lichtpunkten im gesamten Stadtgebiet und den Bauerschaften gesprochen. Tatsächlich gibt es aktuell rund 3.000 Lichtpunkte, wie Baudezernent Manfred Meyer auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte. Diese Differenz wirkt sich für die Stadt offenbar jedoch nicht nicht nachteilig aus. „Schon in der Ausschreibung war festgelegt, dass bei einer höheren Anzahl an Lichtpunkten die gleichen Bedingungen gelten. Wir zahlen also die gleiche Summe wie in dem ausgeschriebenen Leistungspaket“, erläuterte Thomas Eilers.

Bei der ersten Festlegung der Lichtpunkte hatte die Verwaltung auf eine Zählung durch Personal verzichtet und stattdessen die Anzahl nach Aktenlage ermittelt. Allerdings könnten schon bald neue Lichtpunkte hinzukommen. Denn Wildeshausen weißt zurzeit immer neue Baugebiete aus.

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