Pferde im Schlamm

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Unhaltbare Bedingungen auf einer Weide in Wildeshausen

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Der Anruf kommt am Freitagnachmittag. Ein besorgter Wildeshauser Bürger meldet sich. Auf einer Koppel in den Marschwiesen zwischen Harpstedter Straße und Katenbäkerberg stünden sieben Pferde im Schlamm, Gras sei nicht mehr vorhanden.
Auf dem Weg zum „Tatort“ spricht mich eine Spaziergängerin an. Auch sie weist auf die Weide hin. Und tatsächlich, sieben Tiere zwängen sich in einem kleinen Unterstand, dort ist mit ein wenig Einstreu der einzig trockene Platz auf der gesamten Koppel. Im vorderen Bereich, direkt am Weg steht blankes Wasser. Dahinter eine einzige Schlammwüste. Einige wenige bunte Eimer stehen dort, sie beinhalten vermutlich das Futter für die sieben Pferde.

Auf der Pfederkoppel am Marschweg gibt es kaum eine trockene Stelle für die sieben Pferde. Foto: msi
Auf der Pfederkoppel am Marschweg gibt es kaum eine trockene Stelle für die sieben Pferde. Foto: msi

„Der Besitzer schaut jeden Tag nach den Tieren, kommt mit einem weißen Transporter, kümmert sich“, sagt ein Radfahrer, der dort mit seinem Jagdhund unterwegs ist. Auch er weiß keinen Namen, kennt den Tierhalter nur vom flüchtigen Gespräch.
„Füttern verboten“ steht auf einem kleinen gelben Schild. Weit und breit kein Hinweis auf den Pferdehalter. Recherchen erbringen, dass er aus dem Landkreis Diepholz stammt, vermutlich aus Twistringen. Nachfrage beim Polizeikommissariat auf der Herrlichkeit in Wildeshausen. Dort geht man der Angelegenheit nach. Rückruf vom Kommissariat. Das Veterinäramt des Landkreises ist bereits informiert, hat mit dem Tierhalter gesprochen. Die Nässe der Weide begründet dieser mit den vollgelaufenen Gräben in der Marsch, durch das Wasser nicht von den Weidenflächen abfließen kann. Man wolle jetzt die Wetterentwicklung abwarten.
Dienstagnachmittag, weitere drei Tage Dauerregen. Das Veterinäramt selbst ist am Dienstagnachmittag für eine Rückfrage nicht zu erreichen. Die sieben Pferde stehen immer noch auf der Schlammwüste. Bei fortgesetzter Nässe können die Hufe leiden, Mauke und Strahlfäule seien vorprogrammiert, erklärt eine Tierärztin, wenn die Hufe nicht entsprechend versorgt werden. Offensichtlich fühlt sich jedoch niemand verantwortlich. Dabei gibt es in der Marsch genügend Weideflächen, die weniger unter Wasser stehen.
Einige Weiden weiter der nächste Problemfall. Auch dort stehen zwei Pferde im Schlamm. Nicht jeder, der sich Pferdehalter nennt, ist auch als solcher geeignet.

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