Plattschnacken sollte jeder

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Arbeitskreis möchte niederdeutsche Muttersprache im Alltag verfestigen

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Seit wenigen Wochen hat Friedrich Ahlers erst das Amt des Plattdeutschbeauftragten der Stadt Wildeshausen inne. Voller Tatendrang widmet er sich dieser Aufgabe. Und seinen Elan möchte er auf möglichst viele Mitstreiter übertragen, damit Plattdeutsch im Alltag wieder zur gewohnten Sprache wird. Bei einem ersten Informationsabend Anfang Oktober lotete Ahlers aus, welche Aktivitäten und Veranstaltungen möglich sind. Gemeinsam mit Annegret Arkenberg stellte Ahlers die möglichen Schwerpunkte seiner Arbeit vor. Arkenberg betreut seit zehn Jahren eine Plattdeutsch-AG an der St.-Peter-Schule. Auch auf die bereits bestehenden Fördermöglichkeiten und Hilfestellungen durch verschiedenen Organisationen ging er ein.

Bei einem ersten Informationsabend Anfang Oktober gab es schon viele Vorschläge, wie man Platt im Alltag verwurzeln kann. Foto: Martin Siemer
Bei einem ersten Informationsabend Anfang Oktober gab es schon viele Vorschläge, wie man Platt im Alltag verwurzeln kann. Foto: Martin Siemer

In lockerer Runde berichteten die 16 Plattschnacker, die der Einladung gefolgt waren, dann über ihre Erfahrungen mit Platt im Alltag. Wer Platt im Beruf spricht, der hat oftmals eine ganz andere, offenere Gesprächsebene, sagten einige der Teilnehmer. Um Plattdeutsch eine noch bereite Akzeptanz zu ermöglichen, sollen vor allem Kinder mit der niederdeutschen Muttersprache vertraut gemacht werden. Martina Baumann, Lehrerin an der Realschule Wildeshausen, hat in diesem Schuljahr einen Wahlpflichtkurs „Plattdeutsch“ an der Schule eingerichtet, der von 17 Schülerinnen und Schülern der sechsten Klassen besucht wird. An den übrigen Wildeshauser Schulen gab es immer mal wieder Plattdeutsch Arbeitsgemeinschaften. Und es finden regelmäßige Vorlesewettbewerbe statt. Aktiv wird auch im DRK Mehrgenerationenhaus Platt gesprochen. Dort gibt es zwei Plattdeutschgruppen, berichtete die Leiterin Sandra Scholz. Heinrich Sudmann aus Harpstedt berichtete, dass im Flecken im vergangenen Jahr ein Plattdeutschnachmittag stattfand, bei dem mehr als 70 Teilnehmer begrüßt werden konnten. An Vorschlagen mangelte es auch beim ersten Gesprächsabend nicht. So könnte Weihnachtsplätzchen mit Kinder gebacken und dabei Platt geschnackt werden .Auch eine plattdeutsche Führung durch die Feuerwehrhäuser in Wildeshausen oder Düngstrup sei denkbar. Zahlreiche weitere Aktivitäten wurden angeregt. So könnte auch im Stadthaus bei den Mitarbeitern, die Platt sprechen, schon an der Bürotür ein Hinweis darauf gegeben werden. Am Donnerstag, 29. Oktober, hat Friedrich Ahlers zum zweiten Gesprächsabend eingeladen. Treffpunkt ist erneut um 19.30 Uhr das Alte Amtshaus in Wildeshausen, Herrlichkeit 13. Dann sollen möglicherweise die ersten Veranstaltungen festgeklopft werden.

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