Spielleute sind stinksauer

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Gut gemeinter Wahlflyer erregt Kritik

Wildeshausen. Es sollte ein netter Pfingstgruß sein, der Wahlflyer, den die Bürgermeisterkandidatin Sabine de Buhr-Deichsel dieser Tag mit der Post verteilen lies. „Frohe Pfingsttage“ wünscht sie, darunter ein Bild des Wildeshauser Spielmannszuges beim Auftritt während der Gildefesteröffnung auf der Burgwiese. Und genau dieses Bild verhagelt den Spielleuten die Pfingstlaune. Denn die Nutzung des Bildes war nicht mit dem Spielmannszug abgesprochen.

Pikant wird die Angelegenheit dadurch, das de Buhrs-Deichsels Gegenkandidat Jens Kuraschinski 1. Vorsitzender des Spielmannszuges ist.

„Wir sind als eingetragener Verein parteipolitisch neutral“, schreibt Martin Posenauer, technischer Leiter und Tambourmajor im Spielmannszug in einer Presseerklärung des Vereins. „Wir geben weder direkt noch indirekt eine Meinung zu den Bewerbern um das Bürgermeisteramt ab. Insoweit distanzieren wir uns von dem Reklameflyer von Frau De Buhr-Deichsel, in dem wir gezielt als Werbeträger und Unterstützer der Kandidatin benutzt werden“.

„Auch wenn der Verein für die Aufnahme kein Urheberrecht besitzt, hätten wir es als fair empfunden, wenn wir im Vorfeld durch Frau De Buhr-Deichsel oder aber von den Unterzeichnern des Pfingstgrußes gefragt worden wären, ob wir als Werbeträger eingesetzt werden können und wollen“, ergänzt Julia Rosemeier, 2. Vorsitzende des Wildeshauser Spielmannszuges. „So werden wir aber vor vollendete Tatsachen gestellt.“

Und auch Geschäftsführer Christian Niester ärgert sich über die Wahlwerbung. „Wir hätten von einer Bewerberin, die mit Wertschätzung und Respekt wirbt, erwartet, dass man uns im Vorfeld fragt. Auch unser 1. Vorsitzende Jens Kuraschinski hat im Vorfeld das Gespräch gesucht. Wir haben kollektiv festgelegt, dass wir trotz Kandidatur unseres Vorsitzenden neutral bleiben und nicht als Werbeträger im Wahlkampf eingesetzt werden. An diese Absprache hat sich unser 1. Vorsitzende bis heute gehalten. Umso enttäuschter sind wir über das Vorgehen im aktuellen Fall“.

Sabine de Buhr-Deichsel versuchte im Gespräch mit Die Hunte zu beschwichtigen. „Es war nicht meine Absicht, den Spielmannszug zu instrumentalisieren. Wer den Flyer sieht, weiß, dass es ein gut gemeinter Pfingstgruß ist. Dafür haben wir einfach ein schönes Motiv gesucht“, sagte sie. Sie habe dies auch bereits per E-Mail dem technischen Leiter Martin Posenauer mitgeteilt. Eine Urheberechtsverletzung liege nicht vor. "Und ich entschuldige mich, falls ich jemanden druch den Flyer verletzt fühlt", sagte de Buhr-Deichsel.

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