Teilweise anspruchsvolle Aufgaben

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Karl-Heinz Rohlfs als ehrenamtlicher Landwirtschaftlicher Richter verabschiedet

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Mehr als zwanzig Jahre gehörte Karl-Heinz Rohlfs aus Beckeln als ehrenamtlicher Landwirtschaftlicher Richter dem Amtsgericht Wildeshausen an. Am Freitagmorgen wurde der 71-Jährige aus diesem Amt verabschiedet. Sein Nachfolger ist der 42-Jährige Bernd Meyer aus Klosterseelte. Amtsgerichtsdirektor Dr. Detlev Lauhöfer betonte die Wichtigkeit der Landwirtschaftlichen Richter, die mit viel Fachverstand agieren.
Etwa 60 Fälle werden vor dem Landwirtschaftsgericht am Amtsgericht jährlich verhandelt. „Wir arbeiten in einem besonderen Teil des bürgerlichen Rechts, ausgerichtet auf das landwirtschaftliche Recht“, erläuterte Lauhöfer bei der Verabschiedung Rohlfs. Das Gericht befasst sich vor allem mit Erb- und Pachtrecht. So kann ein Hof nur an eine einzige Person vererbt werden. Bei Handwerksbetreiben zum Beispiel kann dies auch eine Erbengemeinschaft sein. Auch muss ein Hoferbe seine Wirtschaftsfähigkeit nachweisen.
Und es gibt regionale Unterschiede in der Gesetzgebung. So wird zum Beispiel am Amtsgericht Wildeshausen bei der Erbfolge nach dem ältesten Erbrecht gehandelt, es erbt also der älteste Sohn. In der Gemeinde Ganderkesee gilt dagegen das jüngsten Erbrecht.
Karl-Heinz Rohlfs wurde am 1. Januar 1995 zum ehrenamtliche Landwirtschaftlichen Richter berufen. „Er war ein aufmerksamer und kenntnisreicher Landwirtschaftlicher Richter, der auch kritisch hinterfragte“, lobte Lauhöfer.

Dr. Detlev Lauhöfer verabschiedete Karl-Heinz Rohlfs und begrüßte Bernd Meyer im Kreis der Landwirtschaftlichen Richter, zu dem auch Karsten Oltmann, Franz-Josef Dasenbrock und Herwig Garms gehören.
Dr. Detlev Lauhöfer (vorne Mitte) verabschiedete Karl-Heinz Rohlfs (rechts) und begrüßte Bernd Meyer (links) im Kreis der Landwirtschaftlichen Richter, zu dem auch Karsten Oltmann, Franz-Josef Dasenbrock und Herwig Garms gehören (hinten von links). Foto:

Rohlfs wiederum lobte die angenehme Atmosphäre am Amtsgericht Wildeshausen. c“Ich habe in dieser Zeit viel gelernt, was Rechtsprechung heißt. Auch, dass Gericht nicht gerecht heißt“, blickte Rohlfs zurück. Leichte Kritik äußerte auch, nicht am Gericht, aber an den Verfahrensbeteiligten. „Manchmal saßen wir und haben Bagatellen verhandelt, bei denen es nur um geringe Beträge ging, Kläger und Beklagter aber hohe Kosten zu tragen hatten.“ Auch in Richtung Anwaltschaft richtete sich seine Kritik. „Ich denke, dass manche Anwälte ihre Mandaten nicht richtig vertreten .Es geht ums Geldverdienen. Auch wenn eine Sache eigentlich klar ist, wird doch noch die nächste Instanz angerufen, mit weiteren Kosten.“
Insgesamt gibt es vier ehrenamtliche Richter am Landwirtschaftlichen Gericht. Neben Rohlfs Nachfolger Bernd Meyer sind dies Herwig Garms aus der Gemeinde Dötlingen, Franz-Josef Dasenbrock aus der Stadtgemeinde Wildeshausen und Klaus Oltmann aus der Gemeinde Großenkneten. Bei den Sitzungen verhandeln immer zwei ehrenamtliche Richter und der hauptamtliche Richter Detlev Lauhöfer gemeinsam. In den meisten Fällen gibt es einstimmige Ergebnisse. „Es kommt aber ab und zu auch vor, das wir eine Mehrheitsentscheidung treffen“, sagte Lauhöfer.
Zum Abschied gab es für Karl-Heinz Rohlfs ein Dankesschreiben und für seine Ehefrau einen Blumenstrauß. Seine Richterkollegen verabschiedeten ihn mit einem Präsent.

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