Tierwohl interessiert nicht

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Situation für Pferde auf Koppel am Marschweg immer schlimmer

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Die Koppel ist vollkommen verschlammt, nur vereinzelt lugt ein Grashalm aus dem morastigen Boden. Dennoch harren sieben Pferde auf die „Pferdekoppel“ aus. Der Halter der Tiere hält es auch nach fast zwei Wochen Dauerregen nicht für nötig, die Tiere anderweitig unterzubringen. Und das Veterinäramt des Landkreises Oldenburg schaut diesem Treiben offenbar untätig zu.
Nach Informationen von Die Hunte steht das Veterinäramt in Kontakt mit dem Pferdehalter. Dieser nannte die überfüllten Gräben in der Marsch nach dem Dauerregen als Ursache für die Überflutung der Weide. In Absprache mit einem Veterinär des Landkreises wollte man die weitere Entwicklung der Witterung abwarten. Dass teilte uns das Polizeikommissariat Wildeshausen auf Anfrage mit. Warum die Tiere zwischenzeitlich nicht auf eine andere, freie Weide in der Marsch gebracht wurden, sondern seit Tagen im Schlamm stehen, dazu äußert sich der Pferdehalter jedoch nicht.

Noch immer stehen sieben Pferde auf einer vollkommen verschlammten Weide in den Wildeshauser Marschwiesen. Foto: msi
Noch immer stehen sieben Pferde auf einer vollkommen verschlammten Weide in den Wildeshauser Marschwiesen. Foto: msi

Während das Veterinäramt des Landkreises beim Katzenhaus der Tierschutzgruppe Wildeshausen in den vergangenen ganz genau hingeschaut hat, lässt das Amt Pferdehalter offenkundig an der langen Leine laufen. Vor dem Amtsgericht Wildeshausen läuft derzeit immer noch der Prozess gegen einen Pferdezüchter aus Bargloy. Aus dessen gepachteten Stallanlagen wurden im März 2011 insgesamt 43 vollkommen verwahrloste, unterernährte und kranke Pferde sichergestellt. Auch damals, so hatte es den Anschein, blieb das Veterinäramt des Landkreises trotz mehrerer Kontrollen über Monate untätig. Erst nach einer anonymen Anzeigen und Hinweisen des Veterinäramtes des Landkreises Diepholz wurden die hiesigen Behörden tätig.

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Kommentare

Kommentar von Sabine Bissinger |

Sehr geehrter Herr Siemer,
ich war über Weihnachten zu Gast in meinem ehemaligen Wohnort Wildeshausen und habe das Pferdeelend gesehen. Welch eine Schande dass so etwas von den – wie ich weiß, schon seit Langem – informierten Behörden geduldet wird. Aber in den Büros ist es ja warm, da kann der Amtsschimmel wohlig schlafen....
Aber mal sachlich: Zu Recht wird von der Bevölkerung Hinschauen und besonnenes Reagieren eingefordert, wenn Unrecht und Gewalt sichtbar sind. Hier haben zahlreiche Bürger ihre Augen nicht verschlossen und haben reagiert: Veterinäramt, Polizei und Presse sind informiert, werden immer wieder aufgefordert, etwas zu tun.
Gibt es keine Handhabe gegen den Pferdehalter? Reicht das Elend der Tiere nicht aus, damit Behörden rechtlich abgesichert eingreifen? Oder fürchten die Ämter, dann die Pferde selbst unterbringen und versorgen zu müssen und auf den Kosten dafür sitzen zu bleiben?
Für diejenigen, denen das Schicksal der Pferde am Herzen liegt , sind diese Fragen unbeantwortet. Wäre es da nicht Aufgabe der Presse, diesen ungeklärten Fragen nachzugehen und Antworten zu liefern (ich denke da an die NordWest-Zeitung, die als Print-Medium auch die Menschen erreicht, denen das Internet nicht vertraut ist). Auch ein beherzter kritischer Kommentar dürfte nicht verkehrt sein und vielleicht dazu beitragen, dass die Amtsschimmel im Kreishaus mal in die Hufe kommen.
Ihrem Forum danke ich, dass Sie das sich der bemitleidenswerten Tiere imSchlamm annehmen. Ich wünschte nur, dass auch andere Medien miteinsteigen.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Kolleginnen und Kollegen ein glückliches und erfolgreiches Neues Jahr
Mit freundlichen Grüßen
Sabine Bissinger
(Journalistin, Drochtersen )

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