Unfall mit katastrophalen Folgen

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24-Jähriger wegen fahrlässiger Tötung zu Geldstrafe verurteilt

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Ob es eine Unachtsamkeit war oder ein Fahrfehler ließ sich während der Verhandlung gegen einen 24-Jährigen aus der Gemeinde Dötlingen am Montagmorgen nicht klären. Die Folgen des Unfalles, den der junge Mann am 15. Februar 2016 auf der ehemaligen Bundesstraße 213 zwischen Ahlhorn und Wildeshausen verursachte, hatte jedoch katastrophale Auswirkungen. Ein Mensch starb, ein weiterer erlitt schwerste Verletzungen, die auch sein künftiges Leben beeinträchtigen.
Die Strafrichterin verurteilte den 24-Jährigen zu einer Geldstrafe in Höhe von 1.600 Euro und einem Monat Fahrverbot.
Der Angeklagte war am Unfalltag gegen 6.30 Uhr mit einem Kleintransporter vom Typ Mercedes Sprinter von Ahlhorn in Richtung Wildeshausen unterwegs. Zu diesem Zeitpunkt herrschte Winterwetter, es schneite, auf der Fahrbahn lag Schneematsch. Der 24-Jährige schilderte das Geschehen sichtlich mitgenommen. Nach seinen Angaben brach plötzlich das Heck des Kleintransporters aus. Beim Versuch gegenzulenken geriet er mit dem Fahrzeug in den Gegenverkehr, wo er mit einem entgegnenkommenden Taxi nahezu frontal kollidierte. Ein Gutachter hatte als Geschwindigkeit des Sprinters knapp 80 Stundenkilometer ermittelt, das Taxi war mit etwa 70 Stundenkilometer unterwegs.
Im Taxi wurden die beiden Insassen eingeklemmt. Der damals 81-Jährige Beifahrer erlag kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Der heute 67-Jährige Fahrer des Taxis wurde schwer verletzt. Ihm musste unter anderem der linke Unterschenkel amputiert werden. Noch heute ist er aufgrund der erlittenen Verletzungen in Behandlung und muss Schmerzmittel nehmen.
Die Staatsanwältin sah zwar die aufgrund der Witterung nicht angemessene Geschwindigkeit des Unfallverursachers als Grund für die Tragödie. „Gleichwohl ist es kein schwerer Sorgfaltsverstoß im Sinne unverantwortlicher Leichtsinnigkeit“, erklärte sie.
Zudem habe sie den Eindruck gewonnen, dass der Angeklagte erheblich unter der Last trage. Allerdings hielt sie ihm auch ein weiteres Vergehen vor. Am 15. Juni 2016 war er in Hannover am Steuer eines Transporters mit einem Mobiltelefon in der Hand erwischt worden. „Diese Eintragung hat einen bitteren Beigeschmack und lässt einen sprachlos zurück“, betonte sie angesichts des damals nur wenige Monate zurückliegenden Unfalls. Sie beantragte eine Geldstrafe in Höhe von 2.000 Euro und ein einmonatiges Fahrverbot.
Die Richterin blieb bei der Geldstrafe etwas unter diesem Antrag. Allerdings hat der 24-Jährige auch die Kosten des Verfahrens und die Auslagen der Nebenkläger zu tragen.

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