Unrecht nicht vergessen

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Interessanter Vortrag zur deutsch-deutschen Geschichte beim Freundesmahl der Diakonie Himmelsthür

Von Martin Siemer

Wildeshausen. Das Dr. Susanne Muhle ausgerechnet am 4. November, dem Jahrestag der Demonstration für Meinungsfreiheit, als Gastrednerin beim Freundesmahl des Freundeskreises der Diakonie Himmelsthür sprach, war eher ein Zufall. Denn die in Lohne geborene Historikerin, die für die Stiftung Berliner Mauer arbeitet, hatte als Thema den „Menschenraub“ in der DDR in den 1950er und 1960er gewählt. Die rund 120 Gäste des Freundesmahl im Festsaal im Haus Emsland bekamen erschreckende Einblicke in die Bemühungen der DDR-Führung, den Exodus des Staat zu verhindern.

Annette Ueberschär begrüßte beim Freundesmahl Dr. Susanne Muhle, Jörg Arendt-Uhde und die kaufmännische Leiterin der Diakonie Ines Ney (von rechts). Foto: Martin Siemer
Annette Ueberschär begrüßte beim Freundesmahl Dr. Susanne Muhle, Jörg Arendt-Uhde und die kaufmännische Leiterin der Diakonie Ines Ney (von rechts). Foto: Martin Siemer

„Die rund 400 Verschleppungen von oftmals ehemaligen Stasi-Mitarbeitern, die sich gegen das Regime gewandt hatten und in den Westen gegangen waren, dienten der Machtdemonstration nach außen und innen“, erläuterte Muhle. Sie berichtete von Verurteilungen und Inhaftierungen wegen angeblicher Spionage, von Hinrichtungen und Ermordungen.
Erst mit dem Mauerbau habe die DDR ihren Staat stabilisieren können. Hoffnung mache jedoch, dass die Diktatur in der DDR von innen heraus und friedlich beendet worden sei und es seit 26 Jahren ein vereintes Deutschland gebe.
Im Stil der 1950er und 1960er Jahr präsentierte sich den Gästen dann auch das von der Diakonie Hauswirtschaft zubereitete Buffet.

Überraschungsgast des Abends war der 13-Jährige Pianist Nanno Kohlschein, der die Gäste mit einer Rhapsodie von Brahms begeisterte. Foto: Martin Siemer
Überraschungsgast des Abends war der 13-Jährige Pianist Nanno Kohlschein, der die Gäste mit einer Rhapsodie von Brahms begeisterte. Foto: Martin Siemer

Zu Beginn des Freundesmahls hatte Annette Ueberschär, Vorsitzende des Freundeskreises die Gäste begrüßt, unter ihnen Großenknetens Bürgermeister Torsten Schmidtke, Wildeshausens stellvertretende Bürgermeisterin Evelyn Goosmann und ihre Dötlinger Amtskollegin Ute Ziemann und die Bewohnervertretung der Diakonie Himmelsthür. Aus dem Erlös der letztjährigen Jubiläumsveranstaltung hatte der Freundeskreis ein Klangobjekt angeschafft, dass jetzt vor der Tagesförderung seinen Platz gefunden hat. Außerdem fand ein Ausflug zu den Special Olympics in Hannover statt.
Diakonie Regionalgeschäftsführer Jörg Arendt-Uhde bedankte sich für die seit einem Vierteljahrhundert andauernde Unterstützung durch den Freundeskreis. Kurz streift er auch den Konversionsprozess, in dem sich die Diakonie Himmelsthür Wildeshausen seit sieben Jahren befindet. Immer mehr dezentrale und individuelle Wohnangebote für die Menschen mit einer Behinderung entstehen.
Überraschungsgast des Abends war der 13-Jährige Pianist Nanno Kohlschein, der die Gäste mit einer Rhapsodie von Brahms begeisterte. Für den anschließenden musikalischen Klangteppich sorgte Markus Häger am Piano.

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