Ursache und Wirkung verwechselt

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Dritter Prozesstag wegen Verstoß gegen das Tierhaltungsgesetz

Wildeshausen. Wer am Donnerstagmorgen im Saal 1 des Wildeshauser Amtsgerichts saß, der konnte den Eindruck gewinnen, es sitzt der Falsche auf der Anklagebank. Vor Gericht stand ein Pferdehalter, der sich wegen des Verstoßes gegen das Tierhaltergesetz verantworten musste. Am 18. März 2011 hatte das Veterinäramt des Landkreises auf seinem Gestüt in Bargloy 43 Pferde beschlagnahmt, viele davon in einem erbärmlichen Zustand. Hufe, die über Wochen nicht gepflegt wurden, unterernährte Tiere, die zu dem auch an Bewegungsmangel litten.

Der Angeklagte räumte in den beiden vorherigen Prozesstagen seine Versäumnisse bei de Tierhaltung immer wieder ein. Gleichwohl unterbrach er den Prozess am Donnerstagmorgen immer wieder mit Vorhaltungen gegen die Amtstierärztin, die als Zeugin aussagte.

Der Angeklagte hielt ihr vor, nach der Fortnahme der Tiere durch den Landkreis seien diese nicht artgerecht untergebracht gewesen. Zudem hätten die Veterinäre in der Zeit vor der Beschlagnahme immer wieder den Hof kontrolliert, ohne Beanstandungen.

Die Zeugin hatte das Gestüt erstmalig am 9. Juni 2010, also ein Vierteljahr vor der Beschlagnahme, mit dem damaligen Leiter des Veterinäramtes besucht. „75 Pferde waren damals im Bestand, nicht alle konnten wir anschauen“, sagte sie vor Gericht. Bei der Besichtigung sei bemängelt worden, dass der Mist in den Stallungen zu hoch lag. Der Angeklagte hatte dies mit einem defekten Radlader begründet, der damals aber bereits wieder repariert wurde.

„Langfristig sollte der Bestand auf 25 Pferde reduziert werden, weil die Betreiber damals auch finanziell wohl schon am Limit arbeiteten“, sagte die Tierärztin. Handlungsbedarf bei einigen Tieren durch einen Hufschmied sei schon damals erforderlich gewesen.

Die Aktion des Landkreises war schließlich aufgrund gehäufter Anzeigen und auf Druck durch das Landwirtschaftsministerium aus Hannover erfolgt. Bei der Beschlagnahme waren einige Tiere so geschwächt, dass sie nur mit Mühe aus den Stallungen geführt werden konnten.

Der Prozess wird noch weitere Verhandlungstage benötigen, bis es zu einem Urteil kommt. Unter anderem sollen weitere Veterinäre des Landkreises Oldenburg gehört werden. So soll will das Gericht unter anderem klären, wie es zu den Zuständen auf dem Hof kommen konnte.

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