Verbot sorgt für Kopfschütteln

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Das Wildeshauser Rathaus bleibt zu Weihnachten dunkel

Wildeshausen. Ganz Wildeshausen erstrahlt seit Montagabend in vorweihnachtlichem Lichterglanz. Ganz Wildeshausen? Nein, ein kleiner Fleck am Marktplatz bleibt in diesem Jahr dunkel. Die Fassade des historischen Rathauses darf nach mehr als fünf Jahrzehnte nicht illuminiert werden. Eine Entscheidung der Denkmalschutzbehörde, die nicht nur bei Johannes Lenzschau, Vorsitzender des Handels- und Gewerbevereins (HGV) für Kopfschütteln sorgt.
„Dafür fehlen uns die Worte“, sagt Lenzschau, der sein Geschäft in unmittelbarer Nachbarschaft zum Rathaus betreibt. „Wir Kaufleute fühlen uns besonders verantwortlich für das Erscheinungsbild der Stadt.“
Weil die vorhandene Illumination des Rathausgiebels in die Jahre gekommen war, hatte die Stadt Wildeshausen frühzeitig einen Lichtplaner eingebunden, der einen Beleuchtungsentwurf für die historische Fassade erarbeitete. Dieser fand bei den Mitarbeitern der Stadt großen Anklang und wurde den Ratsfraktionen vorgestellt. Auch die die Finanzierungsfrage war geklärt: Sowohl der Verein Citymanagement Wildeshausen als auch der Handels- und Gewerbeverein Wildeshausen waren begeistert von der angedachten Beleuchtung und stellten spontan die Übernahme der Finanzierung in Aussicht. „Damit hätte die neue Beleuchtung unkompliziert und zeitnah umgesetzt werden können“, berichtete Lenzschau. Der Weihnachtsmarkt, der vom 9. bis zum 22. Dezember auf dem Marktplatz stattfindet, wäre nach seiner Auffassung damit zum einem echten Hingucker geworden.

So hätte der Rathausgiebel in Wildeshausen nach dem Entwurf der Lichtdesigner um Bert Schweer illuminiert werden können. Grafik: Lichtgerichte
So hätte der Rathausgiebel in Wildeshausen nach dem Entwurf der Lichtdesigner um Bert Schweer illuminiert werden können. Grafik: Lichtgerichte

Die Denkmalschutzbehörde untersagte jedoch die Umsetzung des Vorschlages ohne Begründung. „Gegen die Beleuchtung an sich spricht nichts. Es dürfen nur keine Beleuchtungskörper am Gebäude installiert werden“, erklärte Wiebke Dreeßen, Referatsleiterin im Stützpunkt Oldenburg der Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege. Örtlich zuständig ist die Untere Denkmalschutzbehörde, die beim Landkreis Oldenburg angesiedelt ist. Deren Leiter Stefan Effenberger war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
„Das historische Rathaus ist das prägende Gebäude für Wildeshausen sowohl für Bürger als auch Touristen. Auf der ganzen Welt werden solch wichtige Bauten besonders liebevoll in Szene gesetzt. Wir sind stolz auf unser Rathaus und wollen helfen, etwas Schönes auf die Beine zu stellen. Leider wird unser Engagement quasi im Keim erstickt“, kritisiert Johannes Lenzschau.
Ähnlich sieht es der Veranstalter des Weihnachtsmarktes, Frank Stauga: „Zum Weihnachtsmarkt brauchen wir unbedingt eine Rathausbeleuchtung. Ein dunkles Rathaus darf man nicht einfach hinnehmen“, schimpft er über die Entscheidung der Denkmalpfleger.
Bert Schweer, mit seinem Team Urheber der neuen Beleuchtungsidee, hat sich als Inhaber der Wildeshauser Firma Lichtgerichte seinem Geschäftsstandort gegenüber besonders verpflichtet gefühlt und wollte das Wahrzeichen Wildeshausens mit viel Fingerspitzengefühl besser in Szene setzen: „Ich bin maßlos enttäuscht, dass es nicht mal eine Begründung gibt, warum der Vorschlag nicht umsetzbar ist. Schließlich ist der Entwurf sonst an allen Stellen positiv aufgenommen worden.“
Bürgermeister Jens Kuraschinski ist sich ebenfalls sicher, dass der vorliegende Beleuchtungsentwurf eine Bereicherung für die Innenstadt gewesen wäre. “Ich hoffe, dass in weiteren Gesprächen wenigstens ein Kompromiss erzielt werden kann. Das nützt uns natürlich für dieses Jahr nichts mehr“, zeigt er sich sichtlich enttäuscht.

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Kommentare

Kommentar von Martin B. |

Hallo,

wie wäre es denn mit Spotstrahlern aus den Bäumen heraus das Rathaus zu beleuchten, oder /und von den Weihnachtshütten ?
Das kann ja wohl nicht verboten werden. Sieht vlt. nicht ganz so gut aus, aber machbar.

Kommentar von Peter Schneider |

Moin zusammen, okay, wenn es nicht anders geht, wird halt die " Beleuchtung instandgesetzt." Ein Schelm wer böses denkt :-)
Lg, Peter Schneider

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